PRÖLL: Innovativer Gewässerschutz muss auf modernem Flussraummanagement aufbauen

Erfolgreicher Abschluss des länderübergreifenden Fluss-Projektes ILUP

Wien (OTS) - "Die Überschwemmungen und Schäden der letzten Jahre haben gezeigt, dass nachhaltiger Hochwasserschutz nur durch Kombination von Flächenmanagement im Einzugsgebiet, Bereitstellung von zusätzlichen Raum für Hochwasserprävention und technischen Lösungen zu erreichen ist. Das Projekt "ILUP - Integrated Land Use Planning and River Basin Management" geht von einer gesamthaften, vernetzten Naturraumbewertung aus und begleitet den Prozess von der Problemanalyse bis zur Maßnahmenumsetzung. Mit der Realisierung des Projektes ILUP ist es gelungen, die internationale Zusammenarbeit zu verstärken und durch gemeinsame Planung und gemeinsames Management die Basis für einen optimalen Schutz vor Naturkatastrophen zu schaffen." Dies erklärte Landwirtschafts- und Umweltminister Josef Pröll anlässlich der heute und morgen stattfindenden internationalen Abschlusskonferenz des Projektes ILUP.

Das Risikopotenzial in Flussräumen ist auf Grund des enormen Flächenbedarfs insbesondere für Wohn- und Wirtschaftszwecke wie etwa durch Städte, Industrie und Tourismus stark gestiegen. So versorgt zum Beispiel die Donau annähernd 160 Millionen Menschen mit Wasser, bereitet aber auch Probleme insbesondere durch periodische Hochwässer. Angesichts der Konzentration der Bevölkerungsentwicklung auf Flussräume und möglicher Klimaänderungen ist Sicherheit in den Tallagen nur mehr durch Kooperation der Schutzwasserwirtschaft mit anderen gesellschaftlichen Gruppen und wirtschaftlichen Bereichen möglich.

Die Gesamtzielsetzung von ILUP umfasste die Erarbeitung einer integrierten Strategie auf Grund flächenmäßiger Beurteilungen im Hinblick auf das Naturgefahren- und Nutzungspotenzial. Die Nachhaltigkeitsziele der Europäischen Union sollten dabei stärker berücksichtigt werden. Wichtige Teilziele waren unter anderem auch die Entwicklung neuer Verfahren zur Erkennung künftiger Risikoszenarien und Effekte von Hochwässern - auch unter spezieller Beachtung des Klimawandels - und die Integration der wesentlichen Umweltauswirkungen. Mit zeitgemäßen Kommunikationsstrategien wollte man außerdem die Bevölkerung in die Planungsprozesse integrieren, um so die Akzeptanz für das Flussraummanagement zu erhöhen.

"Nach vier Jahren intensiver Zusammenarbeit können wir auf eine Reihe konkreter Ergebnisse zurückblicken. Wichtige Resultate sind zum Beispiel das übertragbare Wasser-Management-System oder die "Good Practice Guides". Aber auch die gute transnationale Zusammenarbeit gehört hier hervorgehoben", so der Minister, "wir haben einfach festgestellt, dass eine Verbesserung der Situation der Donau und in Folge des Schwarzen Meeres letztlich nur über ein integriertes Management der Zubringer zu erreichen ist. Der Schlüssel zum Erfolg liegt aber sicher auch in neuen Landnutzungsstrategien und in der Kooperation mit der Landwirtschaft."

Der Startschuss für das mit rund 7 Millionen Euro dotierte Projekt ILUP erfolgte im Jahr 2002. Nach der Genehmigung durch das Programmkomitee 2003 arbeiteten die neun österreichischen und vier transnationalen Partner aus Bayern, Ungarn, Tschechien und Griechenland intensiv an der Umsetzung des Arbeitsprogramms. Als Projektträger fungierte dabei das österreichische Lebensministerium. Aus Österreich waren die Dienststellen und Behörden aus den Bereichen Forstliche Raumplanung, Wasserbau, Wildbach- und Lawinenverbauung, Landwirtschaft, Jagd, Raumplanung, Naturschutz und Tourismus vertreten. Dies erforderte ein intensives Zusammenarbeiten, Abklären der Datengrundlagen, Harmonisierung der jeweiligen Instrumentarien und Abstimmung der einzelnen Vorgehensstrategien. In Workshops wurden unter Einbindung aller Betroffenen und Entscheidungsträger Nutzungskonflikte thematisiert und Konzepte zum Land- und Naturraummanagement erarbeitet.

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