Gorbach: Tempo 100 wirkungslose Alibiaktion ohne Akzeptanz

Kfz-Lenker nicht zu Sündenböcken beim Umweltschutz abstempeln

Wien, 05-12-2006 (OTS) - Anlässlich der Übergabe von 151.238 Unterschriften gegen die Einführung von Tempo 100 auf Autobahnen durch den ARBÖ plädierte Verkehrsminister Hubert Gorbach für eine sinnvolle Gestaltung von Geschwindigkeitsbeschränkungen: "Mit den Verkehrsbeeinflussungsanlagen - für die wir bis 2010 fast 370 Millionen Euro investieren - sind wir in der Lage, Tempolimits flexibel an die Verhältnisse anzupassen. Außerdem stecken wir viele hundert Millionen Euro in den Ausbau und die Verbesserungen des Autobahnnetzes. Es sollten daher Wetter, Temperatur, Verkehrsdichte und Fahrbahnzustand für die Festlegung von Geschwindigkeitsbeschränkungen entscheidend sein - und nicht politische Willkür der Ländern. Denn es werden schlicht und ergreifend nur nachvollziehbare Vorgaben auch tatsächlich akzeptiert. Und obwohl der Verkehr insgesamt für nicht einmal 14 Prozent der Feinstaubbelastung verantwortlich ist, wird er durch solche Alibiaktionen zum generellen Sündenbock in puncto Umweltschutz abgestempelt"

Gorbach verwies auf Studien zur Befolgung von Tempolimits, denen zufolge auf Österreichs Autobahnen und Schnellstraßen fast 50 Prozent der Verkehrsteilnehmer die vorgegebenen Geschwindigkeiten ignorieren würden. "Und dieses Verhältnis würde bei einem Limit von 100 km/h noch schlechter werden, weil es niemand versteht. Erfahrungswerte aus Tirol und aus Kärnten zeigen aber, dass die Einhaltung von Vorgaben bei Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA), die ja flexibel auf die jeweiligen Verhältnisse reagieren und daher verständliche Beschränkungen festlegen, um ein Vielfaches höher ist. Daher wäre es meiner Meinung nach sinnvoller, gemeinsam mit den Ländern den raschen Ausbau von VBA zu forcieren, statt mit solchen Alibiaktionen Umweltschutzbestrebungen vorzutäuschen", meinte der BZÖ-Verkehrsminister.

"Kfz-Lenker nutzen Autobahnen, um zügig voranzukommen und wir investieren daher sehr viel Geld für Verbesserungen im Straßennetz. Mit der Idee einiger Länder, auf Autobahnen Tempo 100 zu verordnen, werden aber unter dem Deckmantel Umweltschutz nur Verkehrsteilnehmer verärgert und Investitionen ad absurdum geführt. Soweit ich diese Verordnungen verhindern kann, werde ich das auch tun", stellte Verkehrsminister Gorbach abschließend fest.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Carl Ferrari-Brunnenfeld
Pressesprecher
BM für Verkehr, Innovation und Technologie
Tel.: (++43-1) 53 115/2142
carl.ferrari-brunnenfeld@bmvit.gv.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVM0002