Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV): Veränderte Ladenöffnungszeiten im Handel nur wenn "Kleine" profitieren

Strobl fordert Einbeziehung von Klein- und Mittelbetrieben (KMU) sowie Familenbetrieben in die Diskussion

Wien (OTS) - Seit geraumer Zeit schwelt die Diskussion über eine Veränderung der Ladenöffnungszeiten bzw. über den offenen Sonntag. "Bis jetzt kamen die Vorstöße pro Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten immer nur von den BetreiberInnen von Shoppingcentern bzw. großen Handelsketten. Ihr Anspruch auf mehr Umsatz ist legitim, doch verwehre ich mich dagegen, dass KMU und Familienbetriebe dadurch benachteiligt werden, bzw. in der Diskussion nicht einmal zu Wort kommen. Die Forderungen der 'Großen' gehen zu Lasten der 'Kleinen'. Und das kann ich nicht befürworten", so LAbg. Fritz Strobl, Präsident des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Wien.

In den letzten Jahren seien die KMU und Familienbetriebe bereits enorm unter Druck gekommen. "Eine weitere Umsatzverteilung zu ihren Lasten würden viele nicht mehr überleben. Die Folgen wären auch Verluste von Arbeitsplätzen", so Strobl. Im Handel beschäftigen die Klein- und Mittelbetriebe, so der Vize-Präsident der Wirtschaftskammer Wien, mehr MitarbeiterInnen (gemessen an der Verkaufsfläche) als die großen Ketten. "Und man darf eines nicht vergessen: In den KMU haben MitarbeiterInnen zu einem hohen Anteil Vollzeitarbeitsplätze, bei den Ketten gibt es dagegen überwiegend Teilzeit- bzw. geringfügig Beschäftigte", so Strobl. Weiters würde ein Zusperren der "Kleinen" ein echtes Problem mit der Nahversorgung mit sich bringen. "Und damit meine ich nicht nur die so genannten 'Greißler', sondern alle Betriebe, die zur Lebensqualität und Sicherheit in der unmittelbaren Wohngegend beitragen", so Strobl.

Sollten jedoch die Familienbetriebe eine Veränderung der Ladenöffnungszeiten fordern, dann müsse man darüber nachdenken. "Wir sozialdemokratische InteressensvertreterInnen der KMU und EPU sind bereit für den Dialog. Aber er muss so geführt werden, dass es faire Chancen für ALLE und nicht nur für einige wenige gibt", fordert Strobl.

Ähnlich sieht er auch die Diskussion um die Sonntagsöffnung. "Der Sonntag ist ein echter Sonderfall. Ich persönlich sehe keinen Bedarf, denn die KonsumentInnen können, längere Öffnungszeiten hin oder her, ihr Geld schließlich nur einmal ausgeben. Aber im Rahmen einer Regelung für Familienbetriebe hätte ich kein Problem damit, wenn es die Familienbetriebe - wie derzeit die so genannten 'Rebellen des ersten Bezirks' - auch wirklich wollen. Die Betonung lege ich hier aber strikt auf Familie. Wenn Familienbetriebe durch die Sonntagsöffnung eine größere Überlebenschance im härter werdenden Wettbewerb erhalten, dann sollen sie diese Möglichkeit auch legal nutzen können", schloss Strobl.

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