Handel bestätigt: Bio-Trend geht ungebrochen weiter

RollAMA-Analyse verzeichnet zweistellige Zuwächse

Wien (AIZ) - Die aktuelle RollAMA-Analyse (Jänner bis August 2006) und Umfragen bei österreichischen Lebensmittelketten zeigen deutlich:
Bio ist ein großer Gewinner des Lebensmitteljahres 2006 und verzeichnet auch zum Jahresende hin starke Zuwächse, die im zweistelligen Bereich liegen. Eine Initiative von BIO AUSTRIA setzt auf faire Erzeugerpreise.

"Wir konnten ja im ersten Halbjahr einen Umsatzzuwachs von 30% im Bio-Bereich erreichen. Das zweite Halbjahr ist noch nicht abgeschlossen, daher gibt es vorerst keine endgültigen Zahlen, aber die Tendenz sieht auf jeden Fall sehr gut aus. Aus unserer Sicht ist der Bio-Boom ungebrochen", bestätigt Nicole Berkmann den Bio-Erfolg bei Spar Österreich.

Auch für Martina Hörmer, Geschäftführerin der Bio-Eigenmarke "Ja! Natürlich" von Billa und Merkur, ist Bio ein Erfolgsgarant. "Zwei Drittel der Bio-Lebensmittel werden über den Lebensmittelhandel vertrieben, mehr als die Hälfte davon unter der Marke 'Ja! Natürlich'. Umso erfreulicher ist es, dass trotz des bereits sehr hohen Marktanteils sehr starke, zweistellige Wachstumsraten verzeichnet werden. Wir konnten die Umsätze durch alle Warengruppen hinweg steigern, sei es im Bereich Obst und Gemüse, Fleisch, Milch und Milchprodukte oder Brot und Gebäck - in diesem Jahr sogar auf zweistelligem Niveau", so Hörmer.

Tomic: Jetzt Chance für faire, ökologische Preise nutzen

Mit rund 14.000 Mitgliedsbetrieben ist BIO AUSTRIA Österreichs und Europas größte Biobauern-Organisation. BIO AUSTRIA-Obmann Johannes Tomic zeigt sich über die weiterhin positive Marktentwicklung im Bio-Bereich hoch erfreut. Denn trotz vieler "Trittbrettfahrer" am konventionellen Lebensmittelsektor, die mit irreführenden Werbebotschaften am großen Bio-Erfolg mitnaschen möchten, sei es gelungen, Bio stark am heimischen Markt zu positionieren. Auf Basis der guten Marktdaten fordert Tomic faire, ökologische Erzeugerpreise im österreichischen Lebensmittelhandel.

"Bio hat sich 2006 von einem Angebotsmarkt zu einem starken Nachfragemarkt entwickelt. Damit wir dem Konsumentenwunsch nach österreichischen Bio-Lebensmitteln nachkommen können, brauchen wir dringend mehr Bio-Betriebe. Aber auch der Handel ist gefordert: Es ist jetzt an der Zeit, Gespräche über faire, ökologische Erzeugerpreise zu führen. Denn nur mit einer fairen, ökologischen Preisgestaltung wird es den österreichischen Bio-Bäuerinnen und Bio-Bauern möglich sein, auch weiterhin erfolgreich für den Markt zu produzieren", so Tomic.

Bio-Anteil im Handel steigt um weitere 10%

Aus der RollAMA (rollierende Agrarmarktanalyse), dem größten Haushaltspanel Österreichs, geht hervor, dass frische Bio-Produkte (exklusive Brot) im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) mengenmäßig um 9,6%, wertmäßig sogar um 10,6% zugelegt haben. Vergleichszeiträume sind das erste und zweite Trimester (Jänner bis August) 2005 und 2006. In den genannten Monaten wurden 2006 im LEH rund 61.000 t Bio-Produkte (exklusive Brot) im Wert von rund EUR 135 Mio. verkauft. Auch der Anteil von Bio am Gesamtmarkt wuchs im Vergleichszeitraum -sogar deutlicher als in den vorangegangenen Jahren - und liegt jetzt bei 5,7%.

Moderne Produktionsmethoden bringen Zugewinne auch bei Bio

Am deutlichsten sind - sowohl in Menge als auch Wert - die Steigerungen im Bio-Milchbereich zu beobachten. ESL (Extended Shelflife)-Milch, also durch kurzes Erhitzen länger haltbar gemachte Milch, hat auch in diesem Segment Einzug gehalten. 14,3% an Frisch-und ESL-Milch kommen mittlerweile aus Bio-Produktion. Besonders deutlich spiegelt sich der Trend zu Bio bei Frischobst und Frischgemüse wider. Bio-Obst hat mittlerweile einen LEH-Anteil von fast 6%, Frischgemüse liegt schon deutlich über 6%.

Anderen Trends folgend, gibt es auch leichte Rückgänge oder vorübergehende Stagnationen, die üblichen Marktschwankungen gleichzusetzen sind. Fruchtjoghurt zum Beispiel muss zurzeit auch im konventionellen Bereich anderen Trendprodukten, die beispielsweise dem Retro Style folgen, gewisse Marktanteile überlassen. Der Bio-Eiermarkt wiederum hat sich mittlerweile - auf sehr hohem Niveau - eingependelt. Rund 24% der Eier werden in Österreich aus dem Bio-Segment gekauft. Der Höhenflug dieses Bio-Produktes wurde möglicherweise durch die geänderten gesetzlichen Bedingungen im konventionellen Produktionsbereich bedingt, wo die Umstellung von Käfig- auf Bodenhaltung schon voll im Gange ist.

Milch und Eier sind die beliebtesten Bio-Produkte

Mengenmäßig führen Frischmilch und ESL-Milch gemeinsam das Ranking unter den Bio-Produkten ganz deutlich an. Rund 33.000 t davon gehen im Wert von ca. EUR 30 Mio. pro Jahr über den Ladentisch. Für Bio-Eier werden in Österreich rund EUR 24 Mio. ausgegeben. Ganz oben im Ranking stehen auch Milchprodukte wie Butter, Fruchtjoghurt, Schnittkäse und Naturjoghurt.

"Bio bleibt ungebremst auf Erfolgskurs. Das steigende Bewusstsein für gesunde Ernährung und der Trend zur Natürlichkeit kommen alternativen Lebensmittel-Angeboten sehr entgegen. Kurzfristige Irritationen in einem Segment wirken sich nicht auf alle anderen Bereiche aus. Besonders beliebt ist Bio zudem dort, wo besonders gut auf die täglichen Bedürfnisse des modernen Menschen eingegangen wird. Der Erfolg der länger frischen ESL-Milch - auch im Bio-Bereich - ist ein Beispiel dafür", fasst Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing, die aktuelle Entwicklung am Bio-Markt zusammen.
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