ÖAMTC zu Tempo 100: Sinnvolle Verkehrssicherheitsmaßnahmen statt schikanöser Geschwindigkeitsbeschränkungen

Unfallzahlen sinken seit Jahren dank kontinuierlicher Arbeit der Autofahrerclubs

Wien (OTS) - Im Internetforum des ÖAMTC machen sich tausende verärgerte Mitglieder Luft. "Ein Großteil ist gegen die Tempo 100-Einführung auf den für viel Geld gut ausgebauten Autobahnen", erklärt Mario Rohracher, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Die Begründungen der Befürworter von Tempo 100 gehen ins Leere. So ist etwa das Argument der sinkenden Unfallzahlen allein aufgrund der Temporeduktion auf Autobahnen nicht belegbar. Vielmehr sinken bereits seit Jahren die Unfallzahlen. Der ÖAMTC erwartet sich einen Rückgang der Unfälle bis Jahresende um bis zu zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. "Das ist das Ergebnis einer langjährigen, kontinuierlichen Verkehrssicherheitsarbeit der Autofahrerclubs und des Verkehrsministeriums, nicht der willkürlichen Temporeduktion", so Rohracher.

Eine effektive Lösung in der Tempo 100-Diskussion kann für den ÖAMTC nur durch den Einsatz von Verkehrsbeeinflussungsanlagen (VBA) erzielt werden. Die Telematik steuert den Verkehrsfluss, indem die Geschwindigkeit an Wetter, Verkehrsdichte und Straßenzustand angepasst wird. Über solche Anlagen können auch bei Schadstoff-Grenzwertüberschreitungen allfällige Temporeduktionen angeordnet werden. "Die Herabsetzung des Tempos ist aber nur dann gerechtfertigt, wenn es zu einer signifikanten Verbesserung der Luftqualität käme und der Verkehr sich als maßgeblicher Verursacher herausstellen würde", so der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung. Deshalb müssen VBA an objektiv positionierte Messstellen gekoppelt sein. Solange es aber auf den Autobahnen und vor allem in Wohngebieten nicht genügend Messstellen gibt, die seriöse Zahlen zur Umweltbelastung liefern, ist Tempo 100 für den ÖAMTC nicht akzeptabel. "Die willkürliche Tempo-Beschränkung führt zu einer Entmündigung der Autofahrer", sagt Rohracher

Die Hauptforderungen des ÖAMTC zu Tempo 100 und Umwelt

* Zeitliche Begrenzung von Tempo 100: Tempobeschränkungen sollen nur dann mittels Verkehrsbeeinflussungsanlage wirksam werden, wenn diese technischen Einrichtungen in zufriedenstellender Qualität und Dichte bestehen. Der ÖAMTC erwartet, dass Verkehrsbeschränkungen nur nach einer seriösen Prüfung der Wirksamkeit angeordnet werden und zeitlich begrenzt sind. "Tempolimits dürfen wenn, dann nur für den unbedingt notwendigen Zeitraum gelten und keinesfalls für ein ganzes Jahr oder bis auf Widerruf", fordert Rohracher.

* Verursacher ergründen: Schadstoffe müssen nach Art und Höhe des Beitrags ihrer Verursacher analysiert werden. Objektiv positionierte Messstellen müssen Verkehrsdichte, Schadstoffemissionen des Verkehrs (unterschieden nach Pkw- und Lkw-Anteil) und andere Emissionsquellen sowie meteorologische Daten erfassen. Die Messungen müssen direkt bei den betroffenen Anrainern vorgenommen werden. Eine ausreichende Anzahl an Messstellen muss vorhanden sein.

* Evaluierung der Ergebnisse: Der Club erwartet eine ständige Evaluierung der Messdaten. Die Wirksamkeit der Maßnahme muss nachgewiesen werden, und zwar unter Einbeziehung sämtlicher beeinflussender Rahmenbedingungen. "Sollte die erwartete, signifikante Verbesserung der Luftqualität nicht eintreten, ist die Maßnahme sofort auszusetzen", verlangt der Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

* Partikelfilter-Nachrüstung fördern: Als geeignete Maßnahme zur weiteren Reduktion von Partikelemissionen im Straßenverkehr sieht der ÖAMTC die Förderung von Nachrüst-Partikelfiltern. Der ÖAMTC fordert eine bundesweite einheitliche Förderung. Derzeit gibt es nur landesweite Förderungen für Nachrüst-Partikelfilter in Oberösterreich, Salzburg und der Steiermark, die sehr gut angenommen werden.

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Thomas Schweighofer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0002