ÖAMTC AKADEMIE: Prototyp eines monovalenten Erdgasfahrzeugs mit 600 Kilometer Reichweite ist auf Kurs

Expertenmeeting CNG600mono mit Projektpartnern MAGNA STEYR, General Motors, VENTREX Automotive, TU Wien und ÖAMTC AKADEMIE

Wien (OTS) - Erdgas ist umweltfreundlich, kostengünstig und ressourcengerecht. Deshalb will man auf gesamteuropäischer Ebene bis zum Jahr 2020 einen Erdgasanteil von zehn Prozent im Straßenverkehr erreichen. Für die Konsumenten gibt es noch zu viele Argumente gegen den Kraftstoff. "Vor allem die Reichweite der Fahrzeuge und die geringe Tankstellendichte sind derzeit noch problematisch", sagt die Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADMIE, Christine Zach. Dass das Erdgasfahrzeug der nächsten Generation aber bereits auf Kurs ist, zeigt das heutige Expertenmeeting CNG600mono in Wien.

Das A3 (Austrian Advanced Automotive Technology) -Forschungsprojekt "CNG600mono - Monovalentes Erdgasfahrzeug mit 600 Kilometer Reichweite" wird in Kooperation von MAGNA STEYR, TU Wien, VENTREX Automotive, General Motors und ÖAMTC AKADEMIE durchgeführt. Ziel ist die Erarbeitung eines Konzepts für eine automobiltechnische Serienlösung, die hinsichtlich Reichweite, Gewicht, Kosten und Effizienz von den Autofahrern angenommen wird. "Dazu wird ein Fahrzeugkonzept erarbeitet, das unter Einsatz von Leichtbautanks, Speicherdruckerhöhung und Optimierung der Motoren im reinen Erdgas-oder Biogasbetrieb eine Reichweite von über 600 Kilometern ermöglicht", erklärt Ernst Pucher von der Technischen Universität Wien.

Für das CNG-Fahrzeug wird ein Motorkonzept für monovalenten Erdgasbetrieb erstellt, das ohne zusätzliche Benzinversorgung auskommt und damit erhebliche Gewichts- und Kostenvorteile bietet sowie thermodynamisch besser genutzt werden kann. Zukünftige Fahrzeuge benötigen vor allem leichtere Tanksysteme für eine kundengerechte Reichweite bei attraktivem Fahrverhalten. Das neue Tanksystem des Konzeptfahrzeugs wird durch die Einführung innovativer Leichtbau-Verbundwerkstoffe in Kombination mit neuen Ventiltechnologien den Einstieg in die 30 Megapascal (MPa) Speichertechnologie sowie Multibehälter-Management ermöglichen. "MAGNA STEYR als Entwickler- und Lieferant von Modulen hat mit dem Projektpartner VENTREX gemeinsam ein integriertes CNG-Tankmodul inklusive Nottank vorgestellt und wird solche Systeme in Zukunft anbieten", sagt Markus Rudolf von MAGNA STEYR.

"Nicht zuletzt ist unser Ziel, die für eine Serienlösung notwendigen Anpassungen von Gesetzen und Normen parallel zu erarbeiten", sagt die Geschäftsführerin der ÖAMTC AKADEMIE. Das Projekt läuft noch bis Ende 2007, dann soll der Fahrzeug-Prototyp unter Real-Life-Bedingungen getestet werden.

Umfrage - Diese Faktoren müssen erfüllt sein, damit Konsumenten sich für ein Erdgasfahrzeug entscheiden

Im Zeitraum Oktober und November 2006 wurden 1.268 Personen von der ÖAMTC Akademie hinsichtlich ihrer Einstellung zu alternativen Antriebsformen befragt. 97 Prozent der Befragten ist bekannt, dass Autos mit Erdgas betrieben werden können. Für den Einsatz erdgasbetriebener Fahrzeuge spricht insbesondere die Umweltschonung (86 Prozent). 31 Prozent der Befragten sehen den leisen Antrieb als Vorzug, 29 Prozent finden, dass es sich um ein modernes und innovatives Antriebskonzept handelt. Die größten Hinderungsgründe für den Kauf eines Erdgasfahrzeugs liegen für die Befragten im Fehlen eines dichten Tankstellennetzes (92 Prozent). 61 Prozent thematisieren die geringe Modellpalette als Kaufbarriere, 45 Prozent eine fehlende Preisgarantie für Erdgas, 44 Prozent die geringen Reichweiten und ebenfalls 44 Prozent einen Platzverlust im Fahrzeug bei entsprechender Nachrüstung.

Die Projektpartner bei CNG600mono

Mit im Boot sind neben der ÖAMTC AKADEMIE General Motors, vertreten durch OPEL Special Vehicles - dem größten OEM (Original Equipment Manufacturer) weltweit, MAGNA, der drittgrößte Zulieferer weltweit, VENTREX Automotive, der führende Entwickler und Produzent von Ventilen und Kompressoren für automotive Anwendungen, der ÖAMTC -vertreten durch die ÖAMTC AKADEMIE - als Österreichs größte Autofahrerorganisation, sowie die TU Wien - vertreten durch Ernst Pucher - und weitere Experten.

Die ÖAMTC AKADEMIE

Die ÖAMTC AKADEMIE ist ein eigenständiger, gemeinnütziger, wissenschaftlicher Verein für Mobilitäts- und Umweltforschung. Sie wurde 1991 vom ÖAMTC ins Leben gerufen. Die Aufgabe der ÖAMTC AKADEMIE ist es, durch wissenschaftliche Beiträge (u.a. nationale und internationale Forschungsprojekte, Informationsveranstaltungen, Seminare) sozial wie ökologisch verträgliche Mobilitäts-Lösungen zu erarbeiten. Ausgehend von einem umfassenden Mobilitätsbegriff werden Güter- wie Personenverkehr, individueller wie öffentlicher Verkehr, motorisierter wie nicht motorisierter Verkehr gleichermaßen analysiert und diskutiert. Das Ziel ist die direkte Umsetzung der wissenschaftlichen Ergebnisse in praxistaugliche Lösungen.

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