Aktion "10 statt 20": Mehrwertsteuer für Medikamente senken!

Apothekerverbands-Präsident Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann schlägt Senkung auf 10% pro Packung vor / Im Europa-Vergleich ist Österreich Vorletzter.

Wien (OTS) - Für eine Senkung der Mehrwertsteuer von 20 auf 10%
pro Packung macht sich erneut der Präsident des Österreichischen Apothekerverbandes, der Salzburger Pharmazeut Dr. Friedemann Bachleitner-Hofmann, stark. "Es ist nicht einzusehen, warum der Staat für jedes rezeptpflichtige und nicht-rezeptpflichtige Medikament 20% fürs Nichtstun kassiert. Wir Apotheker appellieren daher an die Regierungsverhandler von SPÖ und ÖVP, die Steuersätze auf europäisches Niveau zu senken und damit Kosten für das Gesundheitswesen zu sparen", bringt es Bachleitner-Hofmann auf den Punkt.

Österreich liegt bei der Mehrwertsteuer für Medikamente im Europavergleich an vorletzter Stelle. Nur Dänemark macht es mit 25% noch teurer. Italien (10%), die Schweiz (2,4%) und Tschechien (5%) zeigen, wie es geht. Schweden nimmt für rezeptpflichtige Medikamente überhaupt keine Mehrwertsteuer ein. "Wenn wir in Österreich die Mehrwertsteuer auch auf 10% senken, würde das für das Gesundheitssystem und konkret für die kranken Kassen enorm viel bringen", rechnet Bachleitner-Hofmann.

Wenn man von gesamt 2 Milliarden Euro pro Jahr an Medikamentenkosten ausgeht, würde die Aktion "10 statt 20" ein Einsparungsvolumen von 200 Millionen Euro pro Jahr ergeben. Bachleitner-Hofmann: "Damit könnte das Krankenkassen-Defizit komplett aus der Welt geschafft werden."

Natürlich habe der Finanzminister bei einer Senkung der Mehrwertsteuer weniger Einnahmen. "Aber nur kurzfristig. Vor allem chronisch Kranke und sozial schwächere Menschen sparen die geringeren Ausgaben für Medikamente nicht, sondern geben das Geld wieder aus und damit in den Steuerkreislauf zurück", betont Bachleitner-Hofmann.

"Wenn mein Vorschlag zu dieser Steuersenkung umgesetzt wird, kann man damit in der Öffentlichkeit nur punkten", spielt Bachleitner-Hofmann auf die laufende Debatte um die Erhöhung von Sozialversicherungs-Höchstbeitragsgrundlage etc. an. "Ich hoffe die Verhandler von SPÖ und ÖVP erkennen, dass die Apotheker einen sinnvollen Vorschlag zur Senkung des Krankenkassen-Defizites und zur Sicherung des Gesundheitssystem gebracht haben", schließt der Präsident der selbständigen Apotheker.

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