ÖGJ-Michlmayr: Bereits zwei Jugendliche müssen um eine einzige Lehrstelle streiten!

Mehr Lehrstellensuchende, weniger offene Stellen: Die Chance auf Ausbildung sinkt

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Die Lehrstellenlücke wird immer größer, aber statt endlich den von der ÖGJ geforderten Ausbildungsfonds umzusetzen, redet sich Minister Bartenstein die Situation auf dem Arbeitsmarkt schön", kritisiert der Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), Jürgen Michlmayr. Während die Zahl der Lehrstellensuchenden seit November des Vorjahres um 7,6 Prozent gestiegen ist, ging das Lehrstellenangebot im gleichen Zeitraum um 10,4 Prozent zurück. "Bereits zwei Jugendliche müssen sich um eine einzige offene Lehrstelle prügeln. Vor einem Jahr waren es nur 1,7", sagt Michlmayr.++++

Michlmayr verlangt die Einrichtung eines Ausbildungsfonds, über den auch die Ausbildungsverweigerer aus der Wirtschaft verpflichtend an der Finanzierung der Lehrlingsausbildung beteiligt werden. "Als Sofortmaßnahme müssen zusätzlich zur betrieblichen Ausbildung 10.000 zusätzliche Plätze in überbetrieblichen Lehrwerkstätten geschaffen werden. "Dort muss es auch möglich sein, den Lehrabschluss zu machen", fordert der ÖGJ-Vorsitzende.

Wie wichtig gute Ausbildung ist, hat erst kürzlich eine IHS-Studie belegt: Menschen, die keinen höheren Abschluss als die Pflichtschule aufweisen können, haben demnach ein beinahe doppelt so hohes Risiko arbeitslos zu sein als gut qualifizierte gleichaltrige Jugendliche. "Alle Jugendlichen müssen die Chance auf die bestmögliche Ausbildung haben. Denn schlechte Ausbildung in der Jugend wirkt in Form von Arbeitslosigkeit ein Leben lang nach", sagt Michlmayr. (fk)

ÖGB, 1. Dezember 2006
Nr. 794

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