Energie für Afrika!

Österreich unterstützt nachhaltige Energieversorgung und Energieeffizienz in Entwicklungsländern

Wien, 01. Dezember 2006 (OTS) - Nachhaltige Energieversorgung
bietet enorme Entwicklungschancen für Afrika. Die Herausforderung ist, die Energienutzung durch moderne Technologien effizienter, sicherer und umweltschonender zu gestalten. Um Modelle für bessere Energieversorgung und mehr Energieeffizienz in Afrika zu erörtern, kamen diese Woche internationale ExpertInnen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zum 6. Global Forum on Sustainable Energy (GFSE) in Wien zusammen. Rund 200 Energie-ExpertInnen, darunter Ugandas Energieminister Daudi Migereko, diskutierten über regional angepasste Energielösungen, innovative Finanzierungsmethoden und insbesondere das Potenzial von Biotreibstoffen und Wasserkraft, um die Lebens- und Umweltbedingungen der afrikanischen Bevölkerung zu verbessern. Die Konferenz wurde von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium gemeinsam mit dem Lebensministerium und der Österreichischen Energieagentur organisiert.

Der fehlende Zugang zu Energie und die schlechte Energieeffizienz stellen ein enormes Entwicklungshindernis für Afrika dar. Nur 8 % der afrikanischen Bevölkerung hat Zugang zu effizienten und sauberen Energieformen. Im internationalen Vergleich liegt Afrika mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund 350 kWh weit unter dem Durchschnitt. 67 % der Energie wird in Afrika immer noch aus der ineffizienten Nutzung von traditioneller Biomasse wie Holz oder Dung gewonnen. Das vorhandene, große Potenzial für Energiegewinnung aus Wasserkraft kann auf Grund fehlender Investitionen nur in geringem Ausmaß genutzt werden.

"Die meisten Länder Afrikas, vor allem südlich der Sahara, leiden bereits unter einer Versorgungskrise", so der ugandische Energieminister Daudi Migereko. Neben der sich ständig ausbreitenden Dürre mangle es vor allem an nachhaltigen Energieinitiativen und finanziellen Ressourcen. Außerdem leide Afrikas Wirtschaft besonders unter den ständig steigenden Ölpreisen. Mit der Gründung des Forums der Energieminister Afrikas (FEMA), dessen Vorsitzender Migereko ist, hat der Kontinent das Problem selbst in die Hand genommen. FEMA hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zumindest der Hälfte der ländlichen Bevölkerung Afrikas bis 2016 den Zugang zu modernen Energie-Dienstleistungen zu ermöglichen. Um das zu erreichen, sind neben politischem Engagement auch grenzüberschreitende Kooperationen, Public-Private-Partnership Projekte und neue Finanzierungsinstrumente notwendig. Diese Eigeninitiative der Staaten Afrikas wird von Botschafterin Dr. Irene Freudenschuss-Reichl, Leiterin der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, begrüßt. "Nachhaltige Energieversorgung kann viel zur Verringerung der Armut in Afrika beitragen. Das 6. Treffen des Global Forum on Sustainable Energy hat gezeigt, dass die verschiedenen afrikanischen Initiativen zur Verbesserung der Energiesituation auf großes Interesse der Geberstaaten und internationaler Organisationen stoßen."

Die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit (OEZA) und das Lebensministerium beteiligen sich seit Jahren maßgeblich an internationalen Energieinitiativen. Im Rahmen der so genannten EU-AKP Energie-Fazilität, die Österreich unterstützt, werden von der Europäischen Union 220 Millionen Euro für den Aufbau von nachhaltiger Energieversorgung in ländlichen Gebieten Afrikas, der Karibik und des pazifischen Raums zur Verfügung gestellt. Für die OEZA zählt nachhaltige Energieversorgung zu den wichtigsten Voraussetzungen im Kampf gegen die Armut. Funktionierende Energie-Dienstleistungen verbessern die Lebensqualität, erleichtern Wasser- und Gesundheitsversorgung und bieten neue Chancen für den Aufbau von Klein- und Mittelbetrieben. Um diese Ziele zu erreichen, wurden von der OEZA u.a. Energieprogramme mit Äthiopien und Bhutan sowie Umwelt-, Wasser- und Energiestrategien für Südosteuropa entwickelt.

"Nachhaltige Energieversorgung ist aber nicht nur beim Einsatz gegen die Armut, sondern vor allem auch beim Kampf gegen den globalen Klimawandel ein Schlüsselthema", betont der Generalsekretär des Lebensministeriums Werner Wutscher. "Das Lebensministerium engagiert sich dafür, das vorhandene Potenzial von Wasserkraft, Wind und Biomasse auf dem afrikanischen Kontinent stärker zu nutzen." Dazu werde im österreichischen Clean Development Mechanism (CDM) -Programm ein Schwerpunkt auf Afrika gesetzt. Der CDM ist ein Instrument zur Umsetzung des Kyoto-Protokolls und ermöglicht Industriestaaten, durch Projekte in Entwicklungsländern zur Reduktion der weltweiten Treibhausgase beizutragen. Das Potenzial des CDM für Afrika war einer der Schwerpunkte der ExpertInnen-Diskussion während der GFSE-Tagung in Wien.

Das Global Forum on Sustainable Energy (GFSE) wurde im Jahr 1999 auf Initiative des Außenministeriums mit Unterstützung des Lebensministeriums gegründet. In dieser neutralen Plattform für RegierungsvertreterInnen, Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft werden aktuelle Fragen rund um Energie und Nachhaltige Entwicklung diskutiert. Ziel ist, neue Wege zur umweltschonenden Energieversorgung von Entwicklungsländern zu finden und den Stellenwert von Energiefragen in der Entwicklungszusammenarbeit zu stärken. "In den 7 Jahren seines Bestehens ist das GFSE zu einem aktiven und stabilen Netzwerk der internationalen Energie-ExpertInnen geworden. Es hat sich als Plattform für freien, informellen Meinungsaustausch zwischen allen relevanten Akteuren über Energie im Dienste der nachhaltigen Entwicklung etabliert", so Botschafterin Freudenschuss-Reichl abschließend.

Informationen und Beiträge des 6. GFSE Meetings zum Download unter:
www.gfse.at

Rückfragen & Kontakt:

Informationsbüro der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit
Austrian Development Agency
Mag. Christine Jantscher
Tel.: 01 90399-400
mailto: christine.jantscher@ada.gv.at
http://www.ada.gv.at

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