Seeschifffahrt: Wachsender Handel der Schwellenländer sorgt für gute Auslastung

Wurmböck: Enormes Güterwachstum benötigt bedarfsgerechte Infrastruktur - Containerverkehr als künftiger Erfolgsfaktor

Wien (PWK818) - Selbst wenn sich das Wachstum des Welthandels als Folge eines nachlas¬senden Konsums in den USA abschwä¬chen sollte, können die Reeder gelas¬sen bleiben, erklärt Hans-Georg Wurmböck, stellvertretender Obmann des Fachverbandes der Schifffahrtsunternehmungen in der Wirtschaftskammer Österreich und Geschäftsführer der österreichischen Lloyd-Gruppe, Österreichs einziger Hochseereederei. Eine harte Landung mit drastischen Folgen für den Seegüterverkehr lasse sich nach derzeitigem Stand aus¬schließen.

Auf Grund seiner starken Wirt¬schaft sei der asia¬tische Raum "eher resistent ge¬gen US-Entwicklungen". Die Bedingungen für die Schifffahrt würden sich durch das Erstarken der Schwellenländer erheblich verbessern. Die internationale Arbeitstei¬lung nehme weiter zu, und damit auch der Weltsee¬handel, allen voran der Container¬verkehr. Seit dem WTO-Beitritt Chinas 2001 sei das Handelsvolumen im asiatischen Raum geradezu "explodiert", berichtet Wurmböck.

"Die weltweite Integration, der Abbau von Handelshemmnissen und die Steigerung des Wohlstands in zahlreichen Regionen der Welt werden auch künftig eine deutliche Expansion des Welthandels mit sich bringen und eine Ausweitung der Frachtschifffahrt und Hafenkapazitäten erfordern", erwartet Wurmböck. Veredelungsschritte würden immer häufiger in den Rohstoffländern selbst stattfinden und vermehrt hochwertige und vergleichsweise leichte Industrie- und Konsumgüter zwischen den Regionen gehandelt werden. Experten gehen davon aus, dass sich das Seehandelsvolumen Jahr für Jahr um etwa 3,3 Prozent ausweitet.

Die Entwicklung in Europas wichtigsten Häfen wird neben dem kräftig expandierenden Welthandel durch die fortschreitende Containerisierung und neue logistische Konzepte geprägt. Häfen mit einem hohen Containerumschlag können überdurchschnittlich vom Wachstum profitieren. Beim stark durch Liniendienste geprägten Containerverkehr sind dies vor allem jene Häfen, in denen Waren für stark expandierende Regionen wie beispielsweise Süd- und Ostasien umgeschlagen werden.

Weltweit gesehen hat die EU-Handelsfotte großes Gewicht: So segelt jedes vierte Schiff unter der Flagge eines EU-Mitgliedstaats. 40 Prozent der Welthandelsflotte werden von EU-Unternehmen kontrolliert. Fast 90 Prozent der Exportgüter und 40 Prozent der innereuropäischen Handelsgüter werden auf dem Schiffsweg transportiert. Ungefähr eine Milliarde Tonnen Erdöl wird jedes Jahr durch EU-Häfen und EU-Gewässer transportiert. Und jährlich werden 350 Millionen Passagiere von europäischen Schiffen befördert. (hp)

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