Rumänien zu Gast im Hohen Haus Barbara Prammer eröffnet Ausstellung über Kulturhauptstadt Sibiu

Wien (PK) - Der bevorstehende EU-Beitritt Rumäniens sowie der Status von Sibiu/Hermannstadt als europäische Kulturhauptstadt 2007 boten heute den Anlass für eine festliche Veranstaltung im Parlament, bei der Rumänien einem interessierten Publikum als neuer europäischer Partner vorgestellt wurde. Eine Fotoausstellung in der Säulenhalle widmet sich dabei der Kulturhauptstadt Sibiu/Hermannstadt und seiner bis ins zwölfte Jahrhundert zurückreichenden Geschichte.

Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, die unter den zahlreichen prominenten Gästen den Vorsitzenden des Außenpolitischen Ausschusses Caspar Einem und den ehemaligen Präsidenten des Bundesrates Herbert Schambeck sowie Abgeordnete aus dem Kreis des Nationalrates und des Bundesrates willkommen hieß, erinnerte in ihren Begrüßungsworten an die Präsenz der Rumänen im multiethnischen Parlament der Habsburger-Monarchie und an die gemeinsame Vergangenheit Österreichs und Rumäniens. Vom bevorstehenden Beitritt Rumäniens zur Europäischen Union erwartete sich die Nationalratspräsidentin eine neue Qualität des Miteinanders, wobei sie auch von der strategisch wichtigen Rolle innerhalb der EU als Verbindung nach Südosteuropa sowie als Teil der östlichen Außengrenze der Union sprach, die Rumänien ab Jänner 2007 zukommt.

In seiner Festrede sprach der rumänische Außenminister Mihai-Razvan Unureanu Österreich seine Dankbarkeit für die Unterstützung des EU-Beitrittes aus und betonte, Wien sei ein vertrauensvoller Partner auf dem Weg Rumäniens in die Union gewesen. Die letzten Jahre haben Österreich und Rumänien so nahe gebracht wie noch nie zuvor. Ungureanu unterstrich in diesem Zusammenhang vor allem die wirtschaftliche Kooperation, aber auch die Zusammenarbeit im Rahmen des Donauraumes und der Zentraleuropäischen Initiative.

Den 1. Jänner 2007 bezeichnete der Außenminister als historischen Meilenstein sowohl für Rumänien als auch für die EU. Rumänien habe sich die Werte und Ziele der Union angeeignet und werde sämtliche Verpflichtungen erfüllen und damit einen positiven Beitrag zur Entwicklung der EU leisten, versicherte er. Sein Land werde auch ein entschlossener Befürworter der Fortsetzung der Erweiterung sein. Um die Funktionsfähigkeit der EU zu erhalten, müsse jede Erweiterung aber gut vorbereitet sein, stellte Ungureanu klar. Zu den Prioritäten Rumäniens zählte er neben dem Westbalkan vor allem den Schwarzmeerraum, der, wie er mit Nachdruck betonte, eine Zone der Stabilität, der Sicherheit, des Wohlstandes und der Demokratie werden müsse. Überdies gehe es Rumänien als EU-Mitglied aber auch darum, Moldawien näher an die Union heranzuführen. Die europäische Perspektive sei für Chisinau ebenso wichtig wie für Pristina, Belgrad oder Sarajevo, meinte Ungureanu.

Michael Metzeltin, Professor für Romanistik an der Universität Wien, präsentierte eine umfassende Enzyklopädie mit dem Titel "Rumänien" (LIT Verlag, 49,90 €), die er gemeinsam mit Thede Kahl und Mihai-Razvan Ungureanu herausgegeben hat. Diese Publikation beleuchtet, wie er erläuterte, Raum und Bevölkerung, Geschichte und Geschichtsbilder, Kultur, Gesellschaft und Politik, Wirtschaft, Recht und Verfassung sowie historische Regionen und stellt damit eine Premiere im deutschsprachigen Raum dar. Dieses Sammelwerk könne als eine der vollständigsten Bestandaufnahmen über das Phänomen Rumänien dazu beitragen, das weiten Kreisen nach wie vor unbekannte Land in Südosteuropa der westlichen Öffentlichkeit näher zu bringen, meinte Metzeltin. Er bezeichnet Rumänien im Übrigen als Brückenland, in dem sich die Latinität mit der Orthodoxie und das Barock mit den byzantinischen Kunstformen verbinde. Durch den EU-Beitritt werde sich Rumänien nun zu einer wirtschaftlichen und kulturellen Drehscheibe entwickeln, erwartete Metzeltin.

Karl-Zeno Pinter, Unterstaatssekretär im Department für interethnische Beziehungen der Regierung von Rumänien, hob in seinem Referat den Beitrag der Sachsen zur Entwicklung Siebenbürgens und Rumäniens hervor. Er drückte seine Hoffnung aus, dass die deutsche Minderheit, die derzeit 60 000 Menschen zählt, durch den EU-Beitritt ihren Platz in dem neuen Europa der Minderheiten findet.

Martin Bottesch, Präsident des Kreisrates Sibiu präsentierte schließlich das Projekt "Sibiu/Hermannstadt, europäische Kulturhauptstadt 2007". Sibiu sei nicht nur eine Stadt mit Kultur, sondern auch eine Stadt der Kulturen, in der sich verschiedene Sprachen und Konfessionen seit langem schon begegnen und bis heute entfalten, betonte er.

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung finden Sie - etwas zeitverzögert - auf der Website des Parlaments im
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