Rauch-Kallat zu WEF Global Gender Gap Report: Seriöse Auseinandersetzung empfehlenswert

Moldawien oder Sri Lanka liegen bei Emanzipation sicher nicht vor Österreich

Wien (OTS) - "Es wäre empfehlenswert, dass alle, die sich derzeit über Österreichs Reihung im 'Global Gender Gap Report' ereifern, sich auch ernsthaft mit demselben auseinandersetzen", sagte Frauenministerin Maria Rauch-Kallat heute, Donnerstag, zu diversen Presseaussendungen.

"In dieser Studie wird nach 2005 nun zum zweiten Mal versucht, die aktuelle Größe des geschlechtsspezifischen Unterschieds (Gender Gap) global zu schätzen. Dabei werden einerseits öffentlich zugängliche Daten von internationalen Organisationen und nationale Statistiken verwendet und andererseits qualitative Daten aus der jährlichen Meinungsbefragung des WEF bei führenden Wirtschaftsfachleuten."

Die Daten, die für die Studie herangezogen wurden, beruhten auf sehr unterschiedlichem Ausgangsmaterial und verglichen unter anderem Entwicklungsländer mit Industrieländern, was zu einer Schieflage des Bildes beitragen muss.

Die Ursache dafür liege unter anderem in der Altersabgrenzung, denn im WEF-Report wird nicht die Bevölkerung im Erwerbsalter, sondern die gesamte Bevölkerung im Alter von 15 Jahren und älter herangezogen. "Damit beeinflusst der Altersaufbau das Ergebnis, und eine lange Lebenserwartung der Frauen und ihr niedrigeres gesetzliches Pensionsalter drücken die relative Frauenerwerbsquote stärker als in Ländern mit niedrigerer Lebenserwartung und einheitlichem Pensionsantrittsalter. Die höhere Lebenserwartung der Frauen geht damit negativ in diesen Indikator ein", so die Frauenministerin.

"Schweden belegt mit einem hoch entwickelten Sozial- und Gesundheitssystem in der Kategorie Gesundheit nur Platz 70 während Entwicklungsländer wie Angola aber auch Moldawien, Sri Lanka, die Ukraine ebenso wie Österreich Platz eins belegen. Es ist auch nicht sehr glaubwürdig, dass Moldawien im Bereich 'Economic Participation and Opportunity' auf Platz 2 gelistet ist, während die skandinavischen Länder, belegbar führend in diesem Bereich, alle weit dahinter liegen - Deutschland übrigens auf Platz 32." Im Rahmen der EU-25 liege Österreich im Gesamtranking übrigens auf Platz 11.

"Das zeigt einmal mehr, dass statistische Berichte und Studien -insbesondere von NGOs - nur bedingt vergleichbar sind, breiten Raum für Interpretationen lassen und daher von Haus aus mit Vorsicht zu werten sind. Unbestreitbar ist aber, dass wir weiterhin alle Anstrengungen unternehmen müssen, um Chancengleichheit und Geschlechtergleichstellung nicht nur de jure sondern auch de facto in Österreich sicherzustellen, wie dies auch in den letzten Jahren nachweisbar getan wurde", sagte Rauch-Kallat abschließend.

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