Ärztekammer 2: Molekulare Marker für Prognosen des malignen Melanoms

Damit könnte frühzeitige und gezielte Therapie mit bereits verfügbaren EGF-Rezeptor-Antagonisten möglich werden

Wien (OTS) - Erster Preisträger des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ist Ichiro Okamoto von der Wiener Universitätsklinik für Dermatologie. ****

Okamotos Studie befasst sich mit der Frage, inwieweit der genetische Polymorphismus, der die Expression des Epidermal Growth Factors (EGF) beeinflusst, prognostische Relevanz für maligne Melanome haben könnte. Diese Frage hat insofern Bedeutung, als das maligne Melanom durch seine Fähigkeit gekennzeichnet ist, schon sehr frühzeitig zu metastasieren, weshalb die möglichst frühe Erkennung von Patienten mit erhöhtem Metastasen-Risiko sehr wichtig ist. Derzeit wird das durch die Messung der Eindringtiefe und bei Melanomen mit mehr als ein Millimeter Eindringtiefe zusätzlich mit einer Sentinellymphknoten-Biopsie bestimmt. Bisherige Studien haben eher widersprüchliche Ergebnisse dazu geliefert, was auch daran gelegen haben könnte, dass nur eine Korrelation zwischen EGF-Polymorphismus und Eindringtiefe überprüft, nicht jedoch der spätere und eigentlich relevantere klinische Verlauf miteinbezogen wurde.

In seiner prämierten Arbeit beweist nun Okamoto erstmals eindeutig eine solche prognostische Relevanz eines genetischen Polymorphismus beim malignen Melanom im Bezug auf das Gesamtüberleben, unabhängig von den anderen Faktoren wie beispielsweise Eindringtiefe. Der EGF-Genotyp stellt somit einen potenziellen Kandidaten eines molekularen Markers für die Prognose des malignen Melanoms dar, der darüber hinaus eine frühzeitige und gezielte Therapie mit den bereits verfügbaren EGF-Rezeptor-Antagonisten ermöglichen könnte. Somit wurden wesentliche Grundsteine für weitere Untersuchungen und die möglichen Auswirkungen dieses Polymorphismus auf die Therapie mit EGFR-Antagonisten gelegt.

Die weiteren Preisträger des Forschungsförderungspreises der Erste Bank sind Markus Raderer von der Universitätsklinik für Innere Medizin I sowie Christoph Male von der Wiener Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde.

Raderer konnte erstmals zeigen, dass bestimmte und die Schleimhäute
betreffende Lymphomarten, so genannte MALT-Lymphome, in deutlich höherem
Ausmaß verbreitet sind, als bisher angenommen, was eine bessere Risikoabschätzung und den rationalen Einsatz von Untersuchungsmodalitäten ermöglicht.

Male gelang in seiner Arbeit der Nachweis, dass Kinder mit Autoimmunerkrankungen und gleichzeitig häufigem Auftreten von bestimmten
Antikörpern ein erhöhtes Thromboserisiko haben, was in bestimmten Fällen
die primäre Verabreichung gerinnungshemmender Substanzen nahelegt.

Beide Auszeichnungen hängen eng miteinander zusammen: Eine vom Vorstand der Wiener Ärztekammer eingesetzte Jury unter Vorsitz von Michael Weissel vom Wiener AKH beurteilt die eingereichten Arbeiten beider Preise. Die Preisverleihungen nahmen Ärztekammerpräsident Walter Dorner sowie Herbert Bielesz von der Erste-Bank vor. (hpp)

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