Ärztekammer und Erste Bank prämieren wissenschaftliche Arbeiten

Sechs Forscherteams der Medizinischen Universität Wien mit dem Billroth-Preis der Ärztekammer sowie dem Erste-Forschungsförderungspreis ausgezeichnet

Wien (OTS) - Sechs medizinische Forschergruppen aus Wien wurden
für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen belohnt: Heute, Donnerstag, fand im Großen Sitzungssaal der Ärztekammer für Wien die Verleihung des Theodor-Billroth-Preises der Ärztekammer für Wien 2006 sowie des Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG 2006 statt. ****

Mit dem ersten Preis des Theodor-Billroth-Preises wurde Abdolreza Rezaie-Majd von der Wiener Universitätsklinik für Anästhesie und Allgemeine Intensivmedizin für eine Arbeit ausgezeichnet, die sich mit der Effizienz einer bestimmten Beatmungstechnik, der so genannten superponierten hochfrequenten Jetbeatmung, bei Operationen im Kehlkopf- und Luftröhrenbereich beschäftigt.

Mehr Sicherheit bei Eingriffen im Kehlkopf- und Luftröhrenbereich

Operationen in diesem Bereich stellen sowohl für den Anästhesisten als auch für den (HNO-)Chirurgen eine besondere Herausforderung dar, da sich die Arbeitsbereiche häufig überschneiden. Schon seit längerem wird dabei die "superponierte hochfrequente Jetbeatmung" verwendet. Dies ist eine druckkontrollierte Beatmungstechnik, die gleichzeitig zwei Jetströme benutzt. Das Beatmungsgas wird typischerweise durch eine Düse verabreicht. Dabei wird einem niederfrequenten (12/min) Jetstrom ein kontinuierlich pulsierender hochfrequenter Jetstrom (10 Hz)überlagert. Dadurch entsteht eine Beatmung auf zwei unterschiedlichen Druckplateaus entsprechend einer herkömmlichen Beatmung mit einem positiv endexpiratorischen Druck, der die Lunge in der Ausatemphase offenhält. Allerdings fehlten bislang valide Erfahrungswerte bezüglich des Gasaustausches und der notwendigen CO2-Elimination über einen längeren Zeitraum, um damit diese Methode objektiv bewerten zu können.

Diese Lücke konnte Rezaie-Majd nun füllen, indem er Daten von mehr als 1500 Patienten erhob, die sich einer Kehlkopf- oder Luftröhrenoperation - teilweise auch laserchirurgisch - unterziehen mussten. Dabei ergab die statistische Auswertung einen durchschnittlichen Sauerstoffpartialdruck von 100 mmHg bei einer Sauerstoffkonzentration von 40 bis 60 Prozent sowie einen CO2-Partialdruck von zwischen 42 und 46 mmHg. Damit konnte in 99,8 Prozent der Fälle ein ausreichender und suffizienter Gasaustausch festgestellt werden.

Ein weiteres erfreuliches Ergebnis aus der Arbeit von Rezaie-Majd:
Bei keiner Operation mussten Komplikationen wie etwa Schleimhautirritationen oder Verletzungen beziehungsweise Perforationen der Luftröhre hingenommen werden. Auch gab es keine Phasen einer Unterbrechung der Beatmung während des Eingriffs, gegenüber früher oft notwendigen kurzfristigen Beatmungspausen, wodurch die Patientensicherheit bei diesen Eingriffen nachhaltig erhöht werden konnte.

Die beiden weiteren Billroth-Preisträger sind Mariann Gyöngyösi von der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II und Karl Joachim Aichberger von der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin I.

Gyöngyösi beschreibt in ihrer Studie eine neue quantitative Auswertung der Herzmuskeldurchblutungsstörung bei Patienten mit chronischer Myokardischämie, die eine zell- oder genbasierte Therapie erhalten haben. Dabei haben die Autoren der Arbeit ein neues Computerprogramm mit einem Transformationsalgorithmus entwickelt, das eine genaue Analyse der Wirkung der intramyokardialen Therapie ermöglicht.

Aichbergers Arbeit beschäftigt sich mit der Charakterisierung eines bislang unbekannten menschlichen Eiweißstoffes bei Patienten, die an atopischer Dermatitis oder Neurodermitis, einer besonders schweren Form von Allergien, leiden. Aichberger gelang es, den Entstehungsmechanismen dieser schweren Allergien zu verdeutlichen, was wiederum Rückschlüsse auf verbesserte Behandlungsmöglichkeiten in der Zukunft zulässt. (hpp)

(Forts.)

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