Lemler: "Arbeitgeber wollen ein Verhandlungsergebnis, aber nicht um jeden Preis"

"Ertragslage der Handelsunternehmen alarmiert mich, die Kampfmaßnahmen der Gewerkschaft nicht" - "Leben von Erträgen, nicht von Umsätzen"

Wien (PWK805) - "Wir wollen bei den Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 450.000 Angestellten im Handel und in verwandten Berufen ein Verhandlungsergebnis, aber es darf unsere Handelsunternehmen nicht überfordern", stellt Erich Lemler, Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich, klar. Die Umsätze im Einzelhandel sind laut KMU Forschung Austria im Zeitraum Jänner bis Oktober 2006 nominell um 1,4 Prozent, real um 0,9 Prozent gewachsen. Das bedeutet, dass Preise im Einzelhandel nur um 0,5 Prozent gestiegen sind und damit deutlich weniger als die allgemeinen Verbraucherpreise mit 1,5 Prozent. "Wir leben aber nicht von Umsätzen, sondern von Erträgen. Mich alarmiert, dass 46 Prozent der Handelsunternehmen rote Zahlen schreiben. Das beunruhigt mich wesentlich mehr als von der gewerkschaft angedrohte Kampfmaßnahmen. Auch Abschlüsse in anderen Branchen haben für uns keine Vorbildwirkung", so Lemler.

Für den Fall, dass morgen, Freitag, kein Abschluss zustande kommt, hat die Bundessparte Handel den Handelsunternehmen bereits empfohlen, die Kollektivvertragsgehälter um 2,2 Prozent - und damit deutlich über der Inflationsrate - zu erhöhen. "Damit müssen sich Handelsangestellte nicht vor einer Nulllohnrunde fürchten. Auch die Arbeitgeberseite denkt sozial und bietet mit 2,2 Prozent bereits mehr, als sich viele Unternehmen leisten können", führt Lemler aus.

Während die Zahl der Beschäftigten im Handel in Österreich steigt, ist die jene der Arbeitgeberbetriebe im Handel rückläufig: Allein im Einzelhandel gingen zwischen 2001 und 2006 per Saldo 1.687 Betriebe verloren, die Arbeitnehmer beschäftigten. "Überhöhte Kollektivvertragsabschlüsse verschärfen diesen Trend. Das kann wohl niemand wollen", schließt Handelsobmann Lemler. (JR)

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