Bürgerinitiativen, Greenpeace und Global 2000 fordern Verkehrsgipfel zur Lobau-Autobahn

Gesprächsverweigerung und Schüren von Emotionen durch Politiker sind kontraproduktiv

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisationen GLOBAL 2000,
Greenpeace und VIRUS versuchten heute gemeinsam mit den Bürgerinitiativen "Rettet die Lobau", "BürgerInitiative Marchfeld -Groß Enzersdorf" und "BIGNOT" die zuletzt stark emotionalisierte Debatte rund um die geplante Lobau-Autobahn zu versachlichen. "Aussagen hart an der Grenze zur Geschmacklosigkeit gepaart mit dem Schüren von Emotionen durch namhafte Politiker sowie Gesprächsverweigerung werden Österreichs Umweltprobleme im Verkehrsbereich nicht lösen", mahnt Greenpeace-Verkehrsexperte Erwin Mayer eine Beruhigung der Auseinandersetzung sowie eine Nachdenkpause in der Vorweihnachtszeit ein.

Kritik kommt auch vom Vertreter der Bürgerinitiative "Rettet die Lobau", Stefan Wirius: "Die Stadt Wien versucht uns mit Steuergeld-finanzierten Werbekampagnen glaubhaft zu machen, dass die Lobau-Autobahn Verkehrsprobleme lösen wird. In Wirklichkeit handelt es sich um eine komplett neue Transitstrecke von Danzig nach Wien. Bestehende Verkehrsprobleme in der Donaustadt werden dadurch nicht gelöst, sondern noch zusätzlich verschärft".

Greenpeace und GLOBAL 2000 fordern die baldige Abhaltung eines Verkehrgipfels für die gesamte Ostregion ein. An einem solchen sollten neben Kritikern der Lobau-Autobahn auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl, der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll sowie die zuständigen Minister für Verkehr und Umwelt teilnehmen. Dabei muss insbesondere auf die Vorgaben für Österreichs Verkehrspolitik durch den Klimawandel, die Feinstaubproblematik, zunehmenden Verkehrslärm und steigende Abhängigkeit von Erdölimporten eingegangen werden. "Die Lobau-Autobahn und der so genannte Regionenring sowie die Nordautobahn könnten allzu leicht zum "Highway to Hell" für Österreichs Umweltziele werden", betonen die Umweltschutzorganisationen.

GLOBAL 2000 kritisiert die verfehlte Verkehrspolitik Österreichs im Bereich der Feinstaub-Emissionen. Der Transitrouten-Ausbau geht vor allem zu Lasten der Bevölkerung, die Steuerzahler werden gleich zweimal zur Kasse gebeten: "Einerseits werden öffentliche Gelder bis zur Belastungsgrenze des Budgets investiert, um transeuropäische Transportrouten für die Lkw-Lobby zu realisieren. Andererseits lässt man die Menschen mit gravierend steigenden
Gesundheitskosten aufgrund chronischer Erkrankungen allein", kritisiert Karin Kuna, Verkehrsreferentin von GLOBAL 2000.

"Die politisch Verantwortlichen argumentieren damit, dass sie ohnehin das Bundesstraßengesetz einhalten würden", so Kuna weiter, "was aber ist mit bestehenden Gesetzen wie etwa dem Immissionsschutzgesetz Luft (IG-Luft)? Dieses Gesetz wird mit Füßen getreten". Kuna weiter: "Durch das flächendeckende Feinstaubsanierungsgebiet rund um Wien eine internationale Transitroute zu bauen, deren Teil die Lobau-Autobahn ist, und dies auch noch als "Umfahrung zum Wohle der Bevölkerung" zu deklarieren, ist entweder Realitätsverweigerung oder ein Akt böser Täuschung". Jährlich steigen hierzulande die Zahlen an chronischen Atemwegserkrankungen vor allem bei Kindern, gravierende Lungen-, Herz-, Kreislauf-Probleme fordern immer mehr Todesopfer. Allein der Verkehr ist für über 3.500 vorzeitige Todesfälle durch Feinstaub-Emissionen verantwortlich.

"Im Interesse der Bevölkerung und der Umwelt wäre es wichtig, wenn sich alle Beteiligten an einen Runden Tisch setzten, um über eine tragfähige Lösung der Verkehrsprobleme in Ostösterreich nachzudenken. Umweltschutzorganisationen und Bürgerinitiativen sind dazu gewillt, jetzt ist es an den Politikern, dieses Angebot anzunehmen", so Erwin Mayer abschließend.

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Thomas Hohenberger, Pressesprecher Greenpeace, 0664-5308186

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