DVB-T-Boxen: Billiger ist besser (2)

"Konsument"-Test zeigt: Nicht geförderte Geräte schneiden "gut" ab.

Wien (OTS) - Das Onlineportal www.konsument.at hat in Kooperation mit ORS (Österreichische Rundfunksender) 20 Settop-Boxen eingekauft und hinsichtlich Handhabung sowie Bild- und Tonqualität überprüft. Das Ergebnis ist wenig erfreulich: Die Mehrheit der Produkte ist nur "Durchschnitt". Überraschend: Die billigeren, unzertifizierten Settop-Boxen schneiden im Test teilweise besser oder zumindest gleich gut ab wie die deutlich teureren, geförderten Geräte.

Unzertifizierte Zapping-Boxen sind die günstigere Variante unter den Settop-Boxen. Sie kosten im Schnitt 71 Euro. Auch wenn diese Modelle kein TÜV-Prüfzeichen tragen, bedeutet das keineswegs, dass sie von vornherein schlechter sind als ihre zertifizierten Kollegen. Im Gegenteil: Die beiden einzigen "guten" Geräte im Test befinden sich in diesem Marktsegment.

Im Durchschnitt doppelt so teuer kommen dagegen die "geförderten" MHP-Produkte (MHP steht für Multimedia Home Platform). Wer von seinem 40-Euro-Gutschein Gebrauch machen möchte, muss zwischen 120 und 160 Euro (abzüglich der Förderung) auf den Tisch legen. Aber: Keines dieser Geräte kommt über ein "durchschnittliches" Testergebnis hinaus.

Dass die digitale Fernsehwelt nicht so schön und einfach ist, wie in der Werbung gerne vorgezeigt wird, mussten die "Konsument"-Tester in verschiedener Hinsicht feststellen:

- So bedeutet "digital" keineswegs "flott": Bis das gewünschte Programm zu Beginn des Fernsehabends am Bildschirm erscheint, kann es bis zu zwölf Sekunden dauern, und auch der Wechsel von einem Sender zum anderen nimmt mitunter einige Sekunden in Anspruch.

- Die viel gepriesene MHP-Funktion bietet derzeit nicht viel mehr als den illustrierten Nachfolger des "Teletext". Die Tester bemängelten den "MultiText" als "langsamer" und "weniger informativ" als seinen Vorgänger und kritisierten seine unübersichtliche Navigation.

- Was ebenfalls gerne übersehen wird: Wer eine Sendung ansehen und gleichzeitig eine andere aufzeichnen will, benötigt für das Aufzeichnungsgerät eine eigene Settop-Box. Selbiges gilt für sämtliche TV-Geräte, DVD- und VHS-Recorder im Haushalt. Nur wer bereits über ein Gerät mit integriertem DVB-T-Tuner verfügt, erspart sich das externe "Kastl" und die Kosten dafür.

- Nicht zuletzt sorgen auch die Fernbedienungen der Geräte für allerlei Durcheinander: Wer für DVD-Recorder und TV-Gerät aus praktischen Gründen zwei Boxen vom selben Typ kauft, darf sich auf einige Umbauten im Wohnzimmer freuen: Beide Geräte würden ja auf dieselbe Fernbedienung ansprechen, was das Chaos rund um die Settop-Boxen perfekt machen würde.

Etwas erfreulicher hingegen die Überprüfung der Bild- und Tonqualität. Die Testergebnisse für das Bild waren ausnahmslos, für die Tonqualität überwiegend "gut". Allerdings winkt nur jenen TV-Zusehern Besserung, die mit ihrer bisherigen analogen Anlage schlechte Empfangsergebnisse erzielten. Wer schon bisher einwandfreien analogen Empfang hatte, dem schmälern nun die eventuell auftauchenden digitalen Fehler wie etwa einfrierende Bilder den TV-Genuss.

Hinsichtlich der Bedienungsanleitungen gibt es noch erheblichen Aufholbedarf: Eine zu kleine Schrift, wenig informative und schlecht lesbare Abbildungen oder fehlende Erklärungen von Abkürzungen führten dazu, dass die Kandidaten in diesem Prüfpunkt vorwiegend "durchschnittlich" abschnitten.

Nicht immer ist es mit dem Kauf einer Settop-Box allein getan:
"Achten Sie schon beim Kauf auf ein beiliegendes Scart-Kabel und planen Sie die Kosten dafür - und unter Umständen auch für eine neue Antenne - in Ihr DVB-T-Budget ein", rät "Konsument"-Technikexperte Paul Srna abschließend.

SERVICE: Die detaillierten Ergebnisse des aktuellen Tests erhalten Konsumenten kostenlos auf http://go.konsument.at/settoptest. Das Internetportal beantwortet auch einfach und verständlich alle Fragen rund ums Thema Digital-TV.
Ein besonderes Service bietet www.konsument.at am 1.12.2006. An diesem Tag öffnet das Internetportal seine Pforten - Konsumenten erhalten 24 Stunden lang kostenlosen Zutritt zu allen Tests und Berichten.

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Verein für Konsumenteninformation/
Testmagazin "Konsument"
Mag. Sabine Burghart
Öffentlichkeitsarbeit
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