Der Nikolaus kommt doch in die Wiener Kindergärten

Erfolg durch ÖSTERREICH: Nach Bericht und Aufregung nimmt Wiener Rathaus geplantes Nikolo-Verbot zurück

Wien (OTS) - Rasch reagiert hat das Wiener Rathaus auf den
gestrigen ÖSTERREICH-Bericht über das Nikolo-Verbot, das Jugend-Stadträtin Grete Laska aus Gründen der "angstfreien Erziehung" an den Wiener Kindergärten verhängen wollte. Nach teils heftigen Reaktion und Bedenken, die von namhaften Experten geäußert wurden, revidierte Laska gestern Abend ihren Standpunkt. Nun versprach sie:
"Es gibt kein Nikolo-Verbot mehr. Jeder Kindergarten wird den Nikolo feiern."

Der Plan von Wiens Jugendstadträtin Grete Laska, den Nikolo aus den städtischen Kindergärten zu verbannen, löste heftigen Widerstand aus. Ein wichtiger Partner bei Laskas Vorstoß, das Kindergartenwerk der Erzdiözese Wien, ist vom Hausverbot für den Nikolaus zuerst abgerückt. Franz Wilfinger, Vorsitzender des Vereins mit rund 150 Einrichtungen, stellt klar: "Je nach örtlicher Gepflogenheit wird Kindern in kirchlichen Kindertagesheimen das Schenken und Teilen, verkörpert in der Person des heiligen Bischofs Nikolaus, nahegebracht."

Statt ihn auszuladen, will die Erzdiözese den Bischof, der einst in der heutigen Türkei wirkte, als "einladendes Vorbild für die Kinder" darstellen.

Auch Wiens führender Kinderpsychiater Max Friedrich weigert sich, den Nikolo vor die Tür seiner Kinderklinik im AKH zu setzen: "Er ist eine wichtige Figur, die in ihrem ursprünglichen Auftritt den Kinderfreund darstellt." Auch wenn er für Kinder manchmal zur Angstgestalt werden könnte, müssen "diese Rituale auch in einer multikulturellen Gesellschaft weiter Platz haben."

Gestern dann die Wende in der Nikolo-Debatte. Im Gespräch mit ÖSTERREICH erklärt Jugenstadträtin Grete Laska klipp und klar: "Es gibt kein Nikolo-Verbot. In den städtischen Kindergärten wird es natürlich überall Nikolo-Feiern geben."

Laska, der es vor allem darum ging, dass die Erziehungsmethoden mit der Angst vor einem strafenden Nikolaus endgültig passé sein sollen, schildert jetzt, wie sie sich Nikolo-Feiern im Kindergarten künftig vorstellt: "Als sehr, sehr gut und völlig angstfrei hat sich herausgestellt, wenn sich die Kinder selbst als Nikolo verkleiden. Die zweite Variante, die nicht zur Verstörung der Kinder aus Angst vor einem Fremden führt, ist, wenn sich die Kindergärtnerin selbst vor den Augen der Kinder als Nikolo verkleidet. Und die dritte Variante ist, dass sich Elternteile bereit erklären, als Nikolo im Kindergarten aufzutreten." Nur die Miet-Nikolause professioneller Natur bleiben verbannt.

Rückfragen & Kontakt:

Fellner Media

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FEL0001