NÖ Ärztekammer für strengere Richtlinie bei Piercing

NÖ Mediziner fordern seitens der Politik eine Anhebung des Selbstbestimmungsalters für Jugendliche bei Piercing

Wien (OTS) - Die jüngste Berichterstattung über Piercing ohne Einwilligung der Eltern durch einen niederösterreichischen Arzt, führt nun zu einer deutlichen Reaktion der NÖ Ärztekammer. Die ärztliche Standesvertretung fordert die Anhebung des Alters, ab welchem Jugendliche ohne Einwilligung ihrer Eltern derartige medizinische Eingriffe vornehmen lassen können.

Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer: "Seit dem Jahr 2001 gibt es das so genannte "Kindschaftsrechtsänderungsgesetz", welches vorsieht, dass eine Einwilligung der Erziehungsberechtigen zu einer medizinischen Behandlung ab dem vollendetem 14. Lebensjahr des Kindes nicht mehr notwendig ist." Vor allem aus medizinischem Wissen über die oft labile psychische Lage von Jugendlichen, speziell während der Pubertät, fordert die NÖ Ärztekammer von den verantwortlichen Politikern dieses Mindestalter nach oben zu setzen. "Aus unserer täglichen Praxis wissen wir, dass von Jugendlichen oftmals Entscheidungen getroffen werden, die sie später bereuen, aber nicht mehr rückgängig zu machen sind (zB Tatoos, Piercing, etc.)."

Die ärztliche Standesvertretung geht davon aus, dass eine Mindestanhebung um zwei Jahre, also bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres, als unterstes Limit angesehen werden sollte.

Von der Ärzteschaft fordern die medizinischen Standesvertreter sensiblen und ethisch vertretbaren Umgang mit dem Thema Piercing. Fiedler: "Zweifelsfrei ist ein von einem Arzt durchgeführtes Piercing jeder anderen Form vorzuziehen. Dennoch gehört es nicht zu den ureigensten ärztlichen Aufgaben. Ich fordere daher alle unsere Kolleginnen und Kollegen auf, dieses Thema nicht reißerisch und marktschreierisch, sondern sensibel, seriös und auf Basis ethischer Grundsätze zu betrachten und auch in dieser Form den Patienten näher zu bringen.

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