Krenn fordert: Qualitativ hochwertigere Ausbildung für zukünftige Lehrlinge!

Maßnahmen wie bspw. ein verpflichtendes Vorschuljahr oder begleitende Lernhilfe unumgänglich

Wien (OTS/RFW) - Bei der Pressekonferenz im Zuge des
stattfindenden Wirtschaftsparlamentes sprach sich Matthias Krenn, WKÖ-Vizepräsident und stellvertretender Bundesobmann des Ringes Freiheitlicher Wirtschaftstreibender und Unabhängiger (RFW) für eine bessere Ausbildung zukünftiger Lehrlinge aus: "Facharbeiter sind eine der wichtigsten Säulen für die KMUs, und viele Unternehmer würden liebend gerne junge Menschen ausbilden. Hört man sich jedoch bei Unternehmern um, kommt immer wieder zur Sprache, dass es bei vielen zukünftigen Lehrlingen schon bei den einfachsten schulischen Kenntnissen, wie Grundrechnungsarten oder korrekte Rechtschreibung, hapert. Kein Wunder, dass die Unternehmer frustriert sind und sich immer seltener darum bemühen, junge Leute auszubilden. Denn sie haben natürlich weder die nötige Zeit noch die Aufgabe, ihren Lehrlingen quasi das 1x1 der schulischen Ausbildung von Grund auf zu vermitteln, um die Mankos so zu beseitigen."

Krenn fordert deshalb die Einberufung eines nationalen Gipfels der Verantwortungsträger, gespickt mit Praktikern: "Es ist dringend notwendig Maßnahmen in die richtige Richtung zu setzen, wie beispielsweise die Einführung eines verpflichtenden Vorschuljahres oder begleitende Lernhilfen."

Weiters verlangt Vizepräsident Krenn von einer neuen Regierung, sobald sich diese gebildet hat, einen effektiven Bürokratieabbau sowie die Umsetzung der "Flat Tax": "Wir vom RFW wünschen uns auch, dass der Investitionsfreibetrag wieder eingeführt wird. Denn dies motiviert die österreichischen Unternehmer zusätzlich, weiter in verbesserte Infrastruktur zu investieren."

Vor allem aber ist Vizepräsident Krenn der Tourismus ein Anliegen. Er fordert deshalb eine Art Marshallplan: "Es ist unumgänglich, die bestehenden österreichischen Tourismusbetriebe aufzurüsten und eine Schlechtwetter-Infrastruktur, vor allem in den Seengebieten, aufzubauen - dafür muss gut und gerne eine Milliarde Euro in die Hand genommen werden."

Dem Tourismus ist, so Krenn, als einer der wichtigsten Wirtschaftsbereiche Österreichs, endlich ein größeres Augenmerk zu schenken. Die Tourismusbranche mit ihren Betrieben ist eine feste, mit dem Land und seinen Menschen verwurzelte Einheit, welche weder bei schlechter Konjunktur noch wegen günstigerer Dienstleistungskosten im Ausland einfach abgesiedelt werden kann -die Arbeitsplätze sind und bleiben im Land: "Aus diesen Gründen darf die derzeit gute Position des heimischen Tourismus im internationalen Ranking nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden und ist endgültig als nationales Anliegen zu platzieren."

Weiters ist, laut WKÖ-Vizepräsident Krenn, ein dramatischer Strukturwandel in den unteren Angebotssegmenten festzustellen: "Vor allem die kleinsten Einheiten brechen als Tourismusangebot zunehmend aus dem Angebotssegment heraus."
Vorwiegend sind dies Privatzimmervermietungen und Frühstückspensionen, aber auch mittlere Vermietungseinheiten bis zu ca. 40 Betten. Sie sind vielfach nicht mehr in der Lage, die erforderliche Qualität in dem, vom Markt gewünschtem Maß, nach zu rüsten.

In Kärnten beispielsweise gibt es im Bereich der Privatzimmervermieter einen enormen Rückgang. Gab es im Jahr 1990 noch 9.378 Betriebe, sind es im Jahr 2005 nur noch 3.713 - eine Reduktion von 60,4%. Die Anzahl der gewerblichen Betten reduzierte sich von 110.088 im Jahr 1990 auf 92.396 Betten im Jahr 2005 - also ein Minus von 16,1%. Diese Entwicklungen lassen sich auf das gesamte Bundesgebiet umlegen.

Darin liegt das eigentliche und grundsätzliche Problem des Tourismus begraben. Es fehlt nach wie vor die Chance für echtes Eigenkapital -daran hat sich bis heute, trotz einiger großer Steuerreformpakete, nichts Wesentliches geändert. Die Konsequenz daraus ist zunächst das Sterben der kleinsten Einheiten, später trifft es mit Sicherheit die nächsthöhere Größeneinheit.

Mit dem Wegfall von Privatzimmervermietungen und Frühstückspensionen kommen auch zunehmend unzählige Wirtshäuser in Bedrängnis. Dies ist in vielen ländlichen Regionen, nach dem Wegfall von Postämtern, Polizeistationen, der nächste Schritt zur Ausdürrung wichtiger ländlicher Strukturen. Den Infrastrukturbetreibern kommen wichtige Multiplikatoren abhanden. Dies hat Auswirkungen auf Erneuerungsintervalle oder wettbewerbshemmende Preisspiralen.

Österreichweit gibt es bereits mehr als 200 Gemeinden, welche nicht einmal mehr über ein Gasthaus verfügen. Die Zahl der Lebensmittelgeschäfte hat sich von 1970 bis 2003 von 20.310 auf 6.083 reduziert. 320 Gemeinden waren 2003 ohne Lebensmittelgeschäft.

"Wir vom RFW werden uns weiterhin mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln, auch innerhalb der Wirtschaftskammer in der Sparte Tourismus, für einen der wichtigsten heimischen Wirtschaftsmotoren einsetzen", so Krenn am Ende seiner Ausführungen.
(gg)

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