Neues Volksblatt: "Barbarenakt" (von Christian Buchar)

Ausgabe vom 28. November 2006

Linz (OTS) - Wer Schulen als Ort von Bildung und Geist attackiert, belegt damit, dass er selbst mit Bildung und Geist überfordert ist. Geht das Ganze noch über einen reinen Vandalenakt hinaus, feiert dümmste Barbarei eine Wiederkehr. Beim Anschlag auf die jüdische Schule in Wien trifft das ohne Zweifel zu. Gerade in der Attacke auf eine Schule, die einen besonderen religiösen Identifikationspunkt bietet, liegt auch die Attacke auf diese Religion selbst - für Abscheu dagegen muss man nicht einmal in die Geschichte blicken. Zugleich ist, bei aller Erschütterung, aber auch Innehalten angesagt. Ein als Tourist nach Österreich gekommener verbrecherischer Wirrkopf rechtfertigt noch nicht, für Österreich gleich einen neuen Antisemitismus an die Wand zu malen. Das hieße den Täter überzubewerten. Ebenso falsch wäre es freilich, es damit schon wieder zu belassen. Denn so lange es in Österreich vorkommen kann, dass manche Freude über das Verbrechen empfinden, ist das Thema Antisemitismus noch nicht erledigt. Gleiches gilt übrigens für Europa. Mit reflexartigen Vorwurfshaltungen ist dem sicher nicht beizukommen. Die Konsequenz heißt stete Aufklärung und Wachsamkeit.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt
Chefredaktion
Tel. 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001