"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Größenwahn" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 28.11.2006

Wien (OTS) - Auf dieses Argument der Straßenbauer haben wir schon lange gewartet: "Jede Milliarde, die wir im Straßenbau investieren, bedeutet die Sicherung von mehr als zehntausend Arbeitsplätzen", erklärt der Asfinag-Sprecher. Dafür sind fünf Cent "kilometerabhängige Pkw-Maut" mehr als angemessen, lässt die staatliche Baugesellschaft unterschwellig durchklingen.
Die Asfinag verwechselt da etwas: Sie ist nicht gegründet worden, um Arbeitsplätze zu sichern. Sie sollte desolate Autobahnstrecken sanieren und neue Straßen bauen, wo sie wirklich gebraucht werden. Gebaut wird derzeit auf Teufel komm raus, und nicht selten wird dabei gehörig gepfuscht. Die Wiener Außenring-Schnellstraße ist so unfallträchtig, dass sie wenige Monate nach der Eröffnung umgeplant werden muss. Fernab von menschlichen Siedlungen werden Lärmschutzwände errichtet und allein für Wolf, Bär & Co sind in den nächsten Jahren nicht weniger als 20 "Grünbrücken" geplant. Kostenpunkt pro Stück: drei Millionen Euro.
Das geht ins Geld, der Schuldenberg der Asfinag wächst ins Unermessliche. Schuld ist die Politik: Sie muss bei diesem Größenwahn schleunigst die Notbremse ziehen, sonst führt an einer kräftigen Mautverteuerung kein Weg vorbei. Ob die Vignette mehr kostet oder eine Kilometer-Maut kommt, ist dann nebensächlich.

Rückfragen & Kontakt:

Vorarlberger Nachrichten
Chefredaktion
Tel.: 0664/80588382

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PVN0001