Blecha: PVÖ steht für Gerechtigkeit und Solidarität

Diskussion über Ältere nicht nur auf Kosten und Lasten reduzieren

Wien (SK) - "Der PVÖ fühlt sich Werten verpflichtet, die nicht an der Börse gehandelt werden, nämlich Gerechtigkeit und Solidarität", so der Präsident des Pensionistenverbandes, Karl Blecha anlässlich des Verbandstages. "Auch im Alter muss ein Leben in Würde ermöglicht werden", betonte Blecha weiter. Um dies gewährleisten zu können, habe der Pensionistenverband zahlreiche Forderungen im Vorfeld der Nationalratswahl präsentiert. Dazu gehöre etwa die Forderung nach einer Pensionsgarantie in der Verfassung, "damit dieser jährliche Kuhhandel endlich aufhört" und die Anpassung der Pensionen nach dem Pensionistenpreisindex um 1,9 Prozent. Überdies müsste die Ausgleichzulage angehoben werden und Kleinstpensionen um 2,2 Prozentpunkte erhöht werden. Auch verlange man die Garantie, dass in bestehende Pensionen nicht eingegriffen werde und insbesondere für Frauen müssten Verbesserungen im Pensionsystem erfolgen. Ebenfalls einsetzen werde man sich für einen bundesweiten Heizkostenzuschuss und dafür, dass die Beiträge zur Krankenversicherung nicht weiter erhöht werden. ****

"Eines war interessant: Wir haben die Forderungen allen Parteien vorgelegt und fanden in den meisten Punkten Unterstützung", konstatierte Blecha. Die SPÖ habe allen Forderungen vorbehaltlos zugestimmt und auch von Seiten der ÖVP wurde sich zu vielen Punkten positiv geäußert. Der PVÖ habe eine Wahlempfehlung für die SPÖ abgegeben und es habe sich gezeigt, dass die Pensionisten die Wahl entschieden haben. 30 Prozent aller Wahlberechtigten waren Pensionisten und 36 Prozent der abgegeben Stimmen stammen ebenfalls von Menschen im Ruhestand. Beeindruckend sei auch, so Blecha, dass die Pensionisten zu 46 Prozent die SPÖ gewählt hätten und nur zu 36 Prozent die ÖVP. "Für das, was die schwarz-bunte Regierung getan hat, wurde für sie aus dem Wahltag ein Zahltag", betonte Blecha.

"Wir alle wollen eine rasche Regierungsbildung", so der PVÖ-Präsident. Beide große Parteien kämen auf über 70 Prozent, das Wahlergebnis und der Wunsch nach einer großen Koalition seien eindeutig. "Die ÖVP ist jedoch unter großem Wehklagen vom Verhandlungstisch aufgestanden", bemerkte Blecha. Erst als man gemerkt habe, dass die Umfragwerte "in den Keller gerutscht sind", sei man wieder zurückgekehrt und noch immer habe man von Seiten der ÖVP den Stil der letzten sechs Jahre nicht abgelegt.

Insgesamt könne die Diskussion über Ältere nicht nur über Kosten und Lasten geführt werden. "Die Pension ist kein Geschenk des Staates, sondern eine Gegenleistung für langes Arbeiten", so Blecha. Er verstehe auch nicht den Vorwurf, dass die Forderungen der Pensionisten dazu führen würden, dass der Bundeszuschuss erhöht werden müsse, denn dieser sei derzeit auf dem niedrigsten Wert seit 50 Jahren. "Der Bundeszuschuss zur gesetzlichen Pension beträgt zehn Prozent des Vermögens der zwanzig reichsten Österreicher", rechnete Blecha vor. Angemessene Pensionen müssten für Österreich daher durchaus leistbar sein.

Insgesamt gebe es vier Großprojekte, die Österreich in den nächsten Jahren angehen müsse: Einerseits die Bekämpfung der Armut, die Reduzierung der Arbeitslosigkeit, die Reform des Sozial- und Gesundheitswesens und eine Bildungsoffensive. Alle vier Punkte seien auch für die Pensionisten von größter Bedeutung. Insgesamt müsse darauf geachtet werden, dass der Wohlstand gerecht verteilt werde, so Blecha.

Der Pensionistenverband habe in den letzen Jahren "protestiert, demonstriert, mobilisiert und informiert", strich Blecha die Leistungen hervor. Man habe durchaus Erfolge erzielt, es sei gelungen den Pensionsraub anzuprangern und die Pflegemisere aufzudecken. Trotz allem wolle man sich auch in Zukunft nicht auf den Lorbeeren ausruhen und dafür sorgen, dass man noch mehr an Stärke zulege. (Schluss) sw

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NSK0006