Plassnik: "Jetzt muss präventives Krisenmanagement greifen"

Außenministerin Ursula Plassnik zu den finnischen Vermittlungsbemühungen in der Zypern-Frage

Wien (OTS) - Mit der Aufforderung zur Krisenprävention reagierte Außenministerin Plassnik auf die Feststellung des finnischen EU-Vorsitzes, dass eine partielle Deblockierung in der Zypernfrage während des finnischen Vorsitzes nicht mehr möglich sein wird. Man warte jetzt im Hinblick auf das Dezember-Treffen der EU-Außenminister auf eine rasche Vorlage der von der Europäischen Kommission angekündigten Empfehlungen und Vorschläge.

"Mit symbolischen Gesten wird es nicht getan sein", warnte Plassnik und erinnerte an ihren schon bei der letzten EU-Ratstagung gemachten Vorstoß für eine einvernehmliche "Atempause" im Verhandlungsprozess. "Niemand kann ernsthaft wollen, dass die Beziehungen zur Türkei entgleisen. Die EU und die Türkei sollten intensiv daran arbeiten, eine positive Stimmung der Wertschätzung füreinander zu erhalten. Daher sollten wir erst einmal die Lage nüchtern beurteilen. Weder der Türkei, noch Zypern oder der EU ist gedient, wenn wir uns über diese festgefahrene Situation einfach hinwegtäuschen oder sie bewusst ignorieren. Wir sollten auch nicht Energie für Verhandlungen verschleißen, von denen wir wissen, dass sie in der nächsten Zeit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vom Fleck kommen können", sagte die Außenministerin.

Es sei daher besser, sich auf ein bewusstes Innehalten zu verständigen, damit Spannungen abgebaut, Unerledigtes nachgeholt und wieder neue Dynamik geschaffen werden kann, empfahl Plassnik. "Die Türkei wird für sich selbst die eine oder andere Klärung vorzunehmen haben. Auch dafür könnte die Zeit genützt werden", so die Außenministerin.

"Die Europäische Union muss bei dem epochalen Prozess der türkischen EU-Annäherung zwei Eigenschaften erweisen: Geduld und Standfestigkeit. Dazu gehört selbstverständlich auch, Zypern in die Pflicht zu nehmen", unterstrich die Außenministerin abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Außenministerium
Presseabteilung
Tel.: ++43 (0) 50 1150-3262, 4549, 4550
Fax: ++43 (0) 50 1159-213
abti3@bmaa.gv.at
http://www.aussenministerium.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | MAA0002