PVÖ-Verbandstag: Gerechte Pensionserhöhung ist Auftrag an die Politik

Prammer: Ausgleichszulage erhöhen - Ackerl plädiert für wirksame Absicherung gegen Armut - Blecha: Seniorenverbände einig über die Ziele

Wien (SK) - Der Auftakt des PVÖ-Verbandstags am Montag im Wiener Messezentrum stand noch ganz im Zeichen des Wahlsiegs der SPÖ am 1. Oktober. In gewohnter Manier sorgten die Edlseer für Stimmung unter den Delegierten und Ehrengästen aus ganz Österreich. Aber schon die Begrüßungsansprachen von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, ÖGB-Präsident Rudolf Hundstorfer, Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska und Oberösterreichs Soziallandesrat Josef Ackerl hatten die aktuellen Koalitionsverhandlungen zum Hauptthema. Insbesondere die gerechte Anpassung der Pensionen, die Erhöhung des Ausgleichszulagenrichtsatzes und Fragen der Armutsbekämpfung wurden dabei angesprochen. ****

Barbara Prammer dankte zunächst den PensionistInnen für die große Unterstützung bei der Nationalratswahl, die den Sieg der SPÖ ermöglicht haben. Und sie bekräftigte, dass die oft sehr geringen Pensionen von Frauen "ein Auftrag" an die Politik seien, den Ausgleichszulagenrichtsatz zu erhöhen.

Auch Rudolf Hundstorfer stattete den SeniorInnen seinen Dank ab, und zwar dafür, dass sie dem ÖGB und der BAWAG die Treue gehalten haben, obwohl die letzten zehn Monate für viele "ein Kulturschock" gewesen seien. Er versicherte, dass der ÖGB unverändert an sozialer Sicherheit und solidarischem Handeln festhalte. Im Hinblick auf die Reform des ÖGB betonte er: "Wir werden die Krise meistern. Das wird nicht einfach, aber die Übung wird gelingen." Am Ende werde es einen schlanken und effizienten ÖGB geben, der auch in seiner Dachorganisation stark sein werde.

Im Mittelpunkt der Arbeit des ÖGB für seine 270.000 Mitglieder, die schon in Pension sind, stehe das Engagement für eine gerechte Pensionsanpassung und leistbare Gesundheitsversorgung. "Selbstbehalte sind kein Allheilmittel", betonte Hundstorfer in dem Zusammenhang. Im Hinblick auf den bevorstehenden Verkauf der BAWAG plädierte Hundstorfer an die ältere Generation: "Bleiben Sie der BAWAG treu; egal, wie sie sich weiterentwickelt, sie wird ein österreichisches Institut sein." Und er kündigte an, dass der ÖGB alles unternehmen werde, um die ausgetretenen Mitglieder wieder zurückzugewinnen.

Grete Laska warnte vor Versuchen, verschiedene Bevölkerungsgruppen und Altersgruppen gegeneinander auszuspielen. "Der Zusammenhalt der Generationen ist das oberste Ziel", betonte sie. Den sozialen Frieden und Zusammenhalt zu erhalten - "dabei müssen alle mithelfen, egal welcher politischen Richtung sie angehören".

Josef Ackerl bekräftigte die Forderung nach einer funktionierenden Absicherung gegen Armut. "Eine zielgerichtete Armutsvermeidung ist möglich", so Ackerl. Die derzeitigen Sätze in der Sozialversicherung (450 bis 600 Euro pro Monat) hält er jedenfalls für zu gering. "Es ist an der Zeit, die, die am Rand stehen, in die Mitte zu holen", sagte Ackerl. Dies umso mehr, als wir ja "in einer Zeit ungeheuren Reichtums" leben, was sich nicht zuletzt an enormen Managergehältern zeige. Daher hat er wenig Verständnis für die ÖVP, die die Gespräche über eine Grundsicherung mit Lohnnenbenkostensenkungen junktimieren will.

Ackerl plädierte für eine Grundsolidarität und "die Regierung soll das vorleben". Mit Alfred Gusenbauer sei sichergestellt, dass es immer einen starken Bezug zum Leben der einfachen Menschen gebe, erklärte Ackerl. Wichtig sind für ihn eine gute Gesundheitsversorgung, gerechte Pensionsanpassungen und dass es keine Einschnitte bei den Rechten der ArbeitnehmerInnen gebe. Bei letzterem wandte sich Ackerl entschieden gegen Sonntagsarbeit.

PVÖ-Präsident Karl Blecha hat in seinen Begrüßungsworten auf die "bewegten Zeiten" hingewiesen, wo viele Seniorenanliegen auf der Tagesordnung stehen. Und er betonte, dass die Seniorenverbände und der überparteiliche Seniorenrat "im gleichen Boot sitzen und für die gleichen Ziele kämpfen". Unter den Gästen des PVÖ-Verbandstags konnte Blecha auch Seniorenbundobmann Andreas Khol und den Generalsekretär des Seniorenrings begrüßen. Neben ihnen waren unter anderem Bundeskanzler a.D. Franz Vranitzky und Minister a.D. Franz Hums unter den Ehrengästen. (Schluss) wf

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