- 27.11.2006, 12:00:41
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Greenpeace zu Pkw-Maut: Verkehrsbelastung und Autobahnschulden außer Kontrolle
Statt Abkassieren für fragwürdige Bauprojekte Ausbaustopp für unsinnige Autobahnen und Klimaschutz in der Verkehrspolitik
Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt die
aktuelle Diskussion über die Einführung von Road Pricing für Pkw.
"Der motorisierte Straßenverkehr verursacht Umwelt- und
Sozial-Folgekosten in der Höhe von jährlich 29 Milliarden Euro, die
derzeit auf alle Steuerzahler abgewälzt werden. Die
Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs sind seit dem Jahr 1990 um 87
Prozent angestiegen. Das Verkehrswachstum und die CO2-Emissionen sind
de facto außer Kontrolle - die Autobahnschulden der Asfinag ebenso.
Der Ausweg aus diesem Desaster kann nur über eine verursachergerechte
Anlastung der Kosten des Verkehrssystems und eine
Klimaschutz-orientierte Verkehrspolitik erfolgen", fordert Jurrien
Westerhof, Greenpeace-Verkehrsexperte.
Gefordert sei die Erstellung eines dem Klimaschutz verpflichteten
Gesamtverkehrsplanes sowie eine Überprüfung sämtlicher
Straßenausbau-Pläne hinsichtlich ihrer ökologischen und
verkehrspolitischen Sinnhaftigkeit. Westerhof betont, dass das
derzeitige Vignetten-System Vielfahrer belohnt und Wenigfahrer
unverhältnismäßig stark zur Kasse bittet. "Angesichts der
Hiobsbotschaften über den Klimawandel dürfen die Einnahmen aus einem
zukünftigen Pkw-Road-Pricing nicht dem Bau weiterer klimaschädlicher
Transitautobahnen zufließen, sondern müssen zur Ökologisierung des
Verkehrssystems eingesetzt werden", so Westerhof.
Jene Pendler, die wirklich keine zumutbare Alternative zum Auto
haben, dürften nicht zu Verlierern des Systems werden. Darüber hinaus
würden Österreich in fünf Jahren Strafzahlungen in der Höhe von 2-3
Milliarden Euro wegen der Nicht-Einhaltung der Verpflichtungen aus
dem Kyoto-Protokoll drohen. "Es ist höchste Zeit dieses Klima- und
verkehrpolitische Debakel zu beenden und das Ruder herumzureißen",
schließt Westerhof.
Rückfragehinweis:
Thomas Hohenberger, Pressesprecher, 0664-5308186
DI Jurrien Westerhof, Greenpeace-Verkehrsexperte, 0664-6126701
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