Dschungel Wien: Zirkusfreuden und seltsame Gott-Spiele

Wien (OTS) - Vielleicht ist aufregendes Zirkustreiben und gefährliches Gott-Spielen gar nicht so weit voneinander entfernt: Die insgesamt vier neuen Produktionen im Dschungel Wien wagen demnächst einen Spagat zwischen kindlichen Zirkus-Abenteuern jenseits hellerscher afrikanischer Verführungskünste, dafür aber unterlegt mit hintersinnigen Lebensfragen ("Die Seiltänzerin", ab 6 Jahren) und jugendlichen Unterwerfungspraktiken, die in unsere vorweihnachtliche Zeit mit Glühwein-Depression und Jagatee-Abfüllungen ganz gut zu passen scheinen ("Amsterdam", ab 15 Jahren). Dazwischen stehen noch zwei weitere Kindergeschichten ("Das tapfere Schneiderlein", "Antonioni Antonioni und die größte Schau der Welt") auf dem Programm, sehenswert auch sie, alleine aus akustischen und ästhetischen Gründen.

Oma im Glitzerkleid

"Die Seiltänzerin", eine gemeinsame Produktion des Dschungel und des Bozener "Theater im Hof", erzählt die Geschichte der kleinen Esme, die bei Besuch ihrer Großeltern auf die Frage nach der Oma Queenie immer nur hört, dass diese gerade "ausgegangen sei". Dass dieses "Ausgegangen-Sein" etwas anders bedeuten und länger dauern kann, spitzt sich zu, als die Ausrede des Großvaters, dass Oma mit "Glitzerkleid" als Seiltänzerin im Zirkus arbeite, einer Überprüfung standhalten muss, die am Schluss auch für den Großvater eine Überraschung bereit hält. Feinfühlig zeigt das knapp 1stündige Stück, wie schwer auch Erwachsene mit wichtigen und schmerzvollen Fragen umgehen.

o Spieltermine: 30.11. (Premiere), 1.-3., 7.-10.12.

Zirkuswelt mit abhanden kommenden Artisten

Eine Zirkus-Geschichte der etwas unbeschwerteren Art bringt der Dschungel Wien mit der Gruppe "TTT"auf die Bühne: "Antonioni Antonioni und die größte Schau der Welt" für Kinder ab 5 Jahren erzählt die unterhaltsame Geschichte einer (tierischen) Zirkustruppe nach, die von Stadt zu Stadt reist und für entsprechende Schlagzeilen sorgt. Bis, ja bis auf sonderbare Weise einzelne Zirkusmitglieder verschwinden....

o Spieltermine: 14.12. bis 17.12., 23. und 24.12.

"Tapferes Schneiderlein" als Kinderoper

Klassisch, zumindest dem Inhalt nach gibt sich die Grimmsche Erzählung vom "tapferen Schneiderlein" (ab 5 Jahren), dessen heroische Taten ja immer auch ein bisschen etwas mit gekonnter Flunkerei zu tun haben. Vertont und inszeniert von der Wiener Taschenoper, konkret von Wolfgang Mitterer, können Kinder ab dem 8. Dezember so richtig "Opernluft" schnuppern. Übrigens: Ein Experiment, welches die Wiener Taschenoper unbedingt mit anderen Märchenstoffen fortsetzen möchte!

o Spieltermine: 8.12. (Premiere), 9.12. und 10.12., 13.12.

Gefährliche Langeweile: "Amsterdam"

Warum viele Stücke für Jugendliche immer depressiv, ernst und existentiell daher kommen müssen, kann wohl eigentlich niemand so genau sagen, erklären wir es halt mit einer schon jahrzehntelang anhaltenden Mode, die dem "süßen Vogel Jugend" immer ganz gerne an die Federn geht. "Amsterdam" in der Regie der Gruppe "theater.wozek" und als Uraufführung am 1. Dezember zu sehen, entführt Jugendliche ab 15 Jahren in eine nicht sehr lebensfreudige Großstadtsiedlung mit den scheinbar damit immer verbundenen tristen Lebensverhältnissen. Der ungenießbare Cocktail erweitert sich für die sieben Jugendlichen des Stückes noch um Alkohol, Drogen, Fadesse, Gewalt und Stress, bis die pubertäre Truppe der Gelangweilten das "Liebe-Gott-Spiel" füreinander erfinden, was nach der schlichten Regel gespielt wird: "Die anderen müssen gehorchen. Egal was befohlen wird."

o Spieltermine: 1.12. (Premiere), 2.12., 4.12., 5.12., jeweils um 19.30 Uhr

o Dschungel Wien Museumsquartier Museumsplatz 1 Karten: 01/5220720-20 www.dschungelwien.at

rk-Fotoservice: www.wien.at/ma53/rkfoto/

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