Ärzetekammer kritisiert Apotheken-Vorsorgeaktion

Pruckner: Warnung vor therapieähnlicher Beratung - Forcierung der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung

Wien (OTS) - Kritisch bilanziert die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) die Apothekeraktion "10 Minuten für Ihre Gesundheit". Dies sei eine Vorsorgeaktivität nur dem Scheine nach. Für die Betroffenen bestünde Verwechslungsgefahr mit der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung, womit eine trügerische Sicherheit erzeugt werde, sagte der Bundeskurienobmann der niedergelassen Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Dr. Jörg Pruckner, Freitag in einer Aussendung. Von Apothekern geführte Diagnose- und Therapie-ähnliche Beratungsgespräche seien kontraproduktiv. Er forderte hingegen eine "kompromisslose öffentliche Forcierung" der jüngst auf modernsten Stand gebrachten kostenlosen ärztlichen Vorsorgeuntersuchung.

Pruckner: "Gesundheitsvorsorge, Diagnose und Therapie gehören in ärztliche Hand. Das niederschwellige Angebot der Apotheker widerspricht den gesundheitspolitischen Zielsetzungen zur Hebung eines seriösen Vorsorgebewusstseins in der Bevölkerung." Die von den Apothekern erhobenen Gesundheitswerte würden nur einen relativ kleinen Teil des Vorsorgespektrums abdecken und seien bei Weitem nicht ausreichend, um den Gesundheitszustand verlässlich zu erfassen. Indessen sei die ärztliche Vorsorgeuntersuchung erst jüngst auf den modernsten internationalen Stand gebracht worden und gehe von einer umfassenden, ganzheitlichen Sicht des Menschen aus. Neben "technischen Befunden" würden auch der Lebensstil und das Lebensumfeld erhoben, um auf die persönliche Situation der Menschen einzugehen, führte Pruckner weiter aus.

"Inwieweit Personen, die in Apotheken kurz vorgecheckt wurden, tatsächlich zu einer eingehenden ärztlichen Abklärung kommen, ist noch nicht abschätzbar", meinte Pruckner weiter.

Die Aktion liefere insgesamt den Nachweis, dass die Apotheken nicht die Kompetenz und Erfahrung besitzen, um ärztliche Tätigkeiten zu übernehmen. Die Förderung von laienhaften Gesundheitsaktionen sei daher zu hinterfragen, sagte der Spitzenvertreter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte abschließend.

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