Weinzinger: Gewalt gegen Frauen - Defizit bei der Strafverfolgung

Grüne: Kampagne des Europarates für Verbesserungen nützen

Wien (OTS) - Ein Defizit bei der Strafverfolgung von Gewaltverbrechen gegen Frauen ortet die Frauensprecherin der Grünen, Brigid Weinzinger. "In Österreich werden Frauen häufig deshalb Opfer von Gewalt, weil die Exekutive die Gefährdung der Frauen oft auf die leichte Schulter nimmt. Auch die Anzeige von Gewalttaten wird Frauen alles andere als leicht gemacht, wie das ein jüngst im ‚Standard’ publizierter Fall gezeigt hat", so Weinzinger.

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt gegen Frauen fordert Weinzinger einen nationalen Aktionsplan und eine Aufschlüsselung der nationalen Kriminalstatistik nach dem Geschlecht. Fachleute schätzen, dass etwa die Hälfte der Morde durch rechtzeitigen Schutz der Opfer verhindert werden könnten. Derzeit kann das noch nicht mit Zahlen belegt werden, da die Daten zum tatsächlichen Ausmaß von Gewalt gegen Frauen fehlen. "Gezielte Schulungen der Justizbehörden und den Gerichten sind dringend nötig. Derzeit gelangt nur jede siebente angezeigte Gewalttat zur Anklage und zur Zahl der Verurteilungen gibt es ebenfalls keine Daten", kritisiert Weinzinger und weiter: "Es ist absolut inakzeptabel, dass es in Österreich noch immer keine wissenschaftliche Studie zum Ausmaß von Gewalt gegen Frauen gibt".

Gewalt gegen Frauen ist leider nicht im Abnehmen begriffen. Das beweist allein die Zahl der Wegweisungen wegen Gewalt in der Familie, die von 1.449 im Jahr 1997 auf 5.618 im vergangenen Jahr angestiegen ist. "Eine langfristige finanzielle Absicherung der Opferschutzeinrichtungen, die Verschärfung des Anti-Stalking-Gesetzes und umfassende Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt an Frauen sollten daher in der zukünftigen Regierung endlich oberste Priorität haben", fordert Weinzinger.

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