Gewalt gegen Frauen: Jede fünfte betroffen, aber immer mehr suchen Hilfe

Int. Kampagne "16 Tage gegen Gewalt" startet mit Veranstaltungen in ganz Österreich

Wien (OTS) - Jede fünfte Frau ist laut Schätzungen in Österreich mindestens einmal in ihrem Leben von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen. 3.256 Frauen und Kinder mussten allein im Jahr 2005 in eines von 25 autonomen österreichischen Frauenhäuser flüchten, die österreichische Exekutive hat im selben Zeitraum 5.618 Wegweisungen gegen Gewalttäter ausgesprochen. Diese Zahlen zeigen einerseits das erschreckende Ausmaß von Misshandlungen im sozialen Nahraum. Andererseits seien sie auch ein Zeichen dafür, dass die Informationsarbeit wirke und Gewaltopfer zunehmend Hilfe in Anspruch nehmen würden, erklärt Maria Rösslhumer anlässlich des morgigen Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen. Die Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser weist bei dieser Gelegenheit auf die zahlreichen Aktivitäten hin, die ab 25. November im Rahmen der Kampagne "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" in ganz Österreich stattfinden: Von Theateraufführungen über Podiumsdiskussion bis zu Fachtagungen und Workshops reicht das Programm. Alle Termine auf einen Klick finden sich im Internet unter www.aoef.at/start.htm.

Fahnenaktion

Neben dem umfassenden Veranstaltungsprogramm, das von Frauenhäusern, Opferschutzeinrichtungen und zahlreichen anderen Initiativen zwischen Bodensee und Neusiedlersee organisiert wird, beteiligen sich auch heuer wieder viele Vereine und Organisationen mit der Fahnenaktion an den "16 Tagen gegen Gewalt an Frauen" :
Bereits zum vierten Mal ziert die blaue Flagge mit dem Slogan "Frei leben ohne Gewalt" als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen Rathäuser, Ministerien und viele weitere öffentliche Gebäude.

Kampagne des Europarats

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser nützt die 16-Tage-Aktion, um Lobbying für die Kampagne des Europarats gegen häusliche Gewalt zu machen. Diese soll 2007 in allen Mitgliedsstaaten - dazu zählt auch Österreich - durchgeführt werden. Nachdem von der österreichischen Regierung dazu bislang noch keine Signale gekommen seien, habe ihr Verein die Sache vorläufig selbst in die Hand genommen, erklärt Geschäftsführerin Maria Rösslhumer. Mit einer Auftaktveranstaltung unter der Schirmherrschaft von Nationalratspräsidentin Mag.a Barbara Prammer wolle man die Kampagne promoten. "Das ist die erste Etappe, aber dann geben wir das Staffelholz an die Regierung weiter", sagt Rösslhumer dazu.

Gemeinsam gegen Gewalt

Neben der Promotion für die Kampagne sei die Veranstaltung, die am 4. Dezember im Parlament stattfindet (Eintritt nur für geladene Gäste) aber auch eine Gelegenheit, sich bei den Kooperations-PartnerInnen in feierlichem Rahmen zu bedanken. Diese unterstützen unter dem Motto "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen" vor allem die im Verein beheimatete Frauenhelpline 0800/222 555. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Die Firma Topsi Parfümerien sammelt Spenden über den Verkauf eines exklusiven Adventkalenders, der Kosmetikkonzern The Body Shop konzentriert sich bei seinem Engagement gegen häusliche Gewalt diesmal besonders auf Kinder und sammelt über den Verkauf von eigens für die Kampagne entwickelten Produkten. Etwas Besonderes hat sich auch die Bundesjugendvertretung einfallen lassen: Benefiz-T-Shirts mit dem Aufdruck "unschlagbar" können unter www.jugendvertretung.at bestellt werden. Der Erlös dieser Aktion kommt ebenfalls der Frauenhelpline 0800/222 555 zugute.

Rückfragen & Kontakt:

Informationsstelle gegen Gewalt
Daniela Almer
Tel.: 01/544 08 20
informationsstelle@aoef.at
www.aoef.at

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