AK: Mehr Wissen bei Geldgeschäften kann Bares bringen! (1)

AK Befragung zeigt: Kenntnisse bei Kredit noch am Besten, bei Lebensversicherung mangelhaft

Wien (OTS) - Wer einen Kredit aufnimmt, muss sich mit Begriffen
wie variabler oder fixer Zins, Nominal- und Effektivzins, Spesen oder Zinsgleitklausel herumschlagen. Eine aktuelle AK Befragung über das Wissen bei Finanzdienstleistungen, in der 34 Konsumenten (28 Erwachsene und sechs Lehrlinge) in Tiefeninterviews vom Marktforschungsinstitut marketmind befragt wurden, zeigt: Minus am Konto und Privatkredit - hier haben die Befragten den meisten Durchblick. Bei Lebensversicherungen gibt es deutliche Lücken. "Bei Geldgeschäften muss zwar nicht jeder Fachbegriff bekannt sein, aber ein Basiswissen macht sicher, damit man nicht über den Tisch gezogen wird", sagt AK Konsumentenschützer Christian Prantner.

Vorhandenes Finanzwissen konzentriert sich bei allen Befragten auf Kontoüberziehung und Privatkredit. Ein Großteil weiß, dass Zinsen bei einem Minus am Gehaltskonto deutlich höher sind als bei einem Kredit. Auch Vor- und Nachteile bei den Finanzierungen sind gut bekannt.

Löchriger ist das Wissen hingegen bei wichtigen Kredit-Preisangaben: Effektiv- und Nominalzinssatz sagen nur einigen Verbrauchern etwas. So haben zwei von drei Befragten die Ausdrücke "noch nie gehört", "keine Ahnung" oder "schon gehört, aber kann sie nicht beschreiben". Auch wie die Kredit-Zinsanpassung funktioniert -geregelt durch die vertragliche Zinsanpassungsklausel mit definierten Leitzinsen des Geld- und Kapitalmarktes - ist nur Wenigen geläufig.

Bei Lebensversicherungen sind die Kenntnisse zum Teil sehr mangelhaft. Als bekannte Versicherung wird meist die Ablebensversicherung genannt, gefolgt von Erlebens- und Rentenversicherung. Rund ein Viertel kann mit Gewinnbeteiligung und Rückkauf (vorzeitige Vertragsauflösung) nichts anfangen. Auch der Spesensatz Unterjährigkeitszuschlag ist kaum geläufig.
Die AK Befragung zeigt: Von den befragten Lehrlingen haben einige bereits Bekanntschaft mit Kontoüberziehung gemacht. Ihre Angaben für Überziehungszinsen sind teilweise nicht realistisch. So lauteten zwei Einschätzungen für den Überziehungszinssatz "ein bis zwei Prozent". "Das mangelnde Wissen über die Höhe der Überziehungszinsen kann Lehrlinge mit wenig Einkommen schnell in ein beträchtliches Minus treiben", sagt Prantner, "daher ist Aufklärung und Information wichtig."

Die Tiefeninterviews führte marketmind im Auftrag der AK im Mai und Juni durch. Die befragten 21 Männer und sieben Frauen waren zwischen 26 und 43 Jahre alt. Ein Drittel hatte Schulabschluss mit Matura, zwei Drittel Schulbildungen ohne Matura. Die Lehrlinge (zwei Mädchen, vier Burschen) waren im dritten Lehrjahr, von 17 bis 21 Jahren.

(Forts.)

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