Greenpeace: ICCAT entscheidet - Roter Tunfisch im Mittelmeer bald Vergangenheit?

Flagschiff 'Rainbow Warrior’ demonstriert vor 500 Delegierten in Dubrovnik

Wien (OTS) - Dubrovnik - Die Konferenz der ICCAT - Internationale Kommission für die Erhaltung der Tunfischbestände im Atlantik - ist in die entscheidende Phase getreten. In den nächsten zwei Tagen wird über das Schicksal des Roten Tunfisch im Mittelmeer entschieden. Seit den frühen Morgenstunden demonstriert die 'Rainbow Warrior' direkt vor dem an der Küste gelegenen Konferenzhotel. Ein Banner mit der Aufschrift 'ICCAT = Where have all the Tuna gone?' soll die Delegierten an ihre Verantwortung erinnern, drastische Maßnahmen zur Rettung der Tunfischbestände zu beschließen.

"Jedes Mal, wenn die 500 ICCAT-Delegierten hinter den direkt zum Meer gelegenen Panoramafenstern ihren Pausenkaffee genießen, wollen wir ihnen unübersehbar bewusst machen, dass sie es sind, die in den nächsten 48 Stunden über das Schicksal des Roten Tun entscheiden", berichtet Antje Helms, Greenpeace-Meeresbiologin von Bord der 'Rainbow Warrior'. "Die ICCAT kann entweder ihrer Rolle gerecht werden und tatsächlich für die Erhaltung der Tunfischbestände eintreten oder der Rote Tun wird in vier Jahren aus dem Mittelmeer verschwunden sein."

Der im Mittelmeer beheimatete Rote Tun, der teuerste Fisch der Welt, steht kurz vor dem Aus. Die Umweltorganisation Greenpeace war im Vorfeld der Konferenz für mehrere Monate mit ihren Schiffen 'Rainbow Warrior' und 'Esperanza' im Mittelmeer unterwegs, um die verheerenden Aktivitäten der Tunfisch-Flotten und der Tunfisch-Mastindustrie zu dokumentieren. Die derzeit von der ICCAT erlaubten Fangquoten werden um 40 Prozent überschritten. Dies wurde in den letzten Tagen im Einhaltungsausschuss der ICCAT-Kommission eindeutig bestätigt.

Greenpeace fordert - einstimmig mit den ICCAT-Wissenschaftlern -eine drastische Reduktion der Tunfisch-Fangquote um mehr als die Hälfte auf 15.000 Tonnen pro Jahr, ein Fangverbot während der Laichzeit zwischen Mai und Juli, ein Mindestfanggewicht von 30 Kilogramm pro Fisch sowie verlässliche Kontrollen der Schiffe durch unabhängige Beobachter. Ein derartiger Vorschlag wurde gestern auch von der US-Delegation eingebracht. Greenpeace ruft die 44 Mitgliedsländer der ICCAT auf, endlich auf die unmissverständlichen Warnungen der eigenen Wissenschaftler zu hören und konsequente Maßnahmen zu beschließen, die den Roten Tun vor der kommerziellen Ausrottung bewahren können. Das Ergebnis der ICCAT-Konferenz wird für Sonntag Vormittag erwartet.

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