Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG: Kommentar: Wo der Hund begraben liegt (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 24. November 2006

Klagenfurt (OTS) - Wow! War das ein kollektiver Aufschrei, als SPÖ-Mann Josef Broukal ein Kreditmodell für Studenten als Kompromiss in die Studien-gebühr-Debatte geworfen hat. Sehr - nennen wir es vorsichtig - überlegt war seine persönliche Denkvariante ja wirklich nicht.

Tatsächlich hellhörig musste allerdings jener Satz machen, den der Grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald der Diskussion beisteuerte: Österreich braucht ein Anreizsystem für mehr Studierende.

Braucht Österreich das? Ein Anreizsystem, um die Unis zu füllen? Noch mehr zu füllen? Wurden nicht Aufnahmehürden eingebaut, um den Ansturm der jungen Menschen abzufedern? Um auszusieben? Um abzu-weisen? Warum also meinen die Grünen, unsere Bildungselite habe ein Lockmittel nötig?

Österreich hat im universitären Sektor in der Tat Handlungsbedarf. Aber: Im Anreiz liegt der Hund mit Sicherheit nicht begraben. Schon einmal in der Statistik unter "Studiendauer" oder "Drop-out-Rate" nachgeschlagen? - Eben. Der Anteil der heimi-schen Studenten, deren Anreiz ein ganzes Studium währt, gehört zu den kleinsten Europas. An einer kurzatmigen Mentalität unserer Studiosi kanns nicht liegen. Eher an einem Uniwesen, dessen finanzielle - und damit personelle und strukturelle - Ressourcen Österreich in Europa zum Erröten bringen ...

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