Ärztekammer: Keine Pauschalierung von Hausapotheken

NÖ Ärztekammer distanziert sich von privaten Aussagen ihres Vizepräsidenten

Wien (OTS) - Der Vizepräsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, hat als Privatperson und in seiner Funktion als Vorsitzender eines Privatvereines kürzlich einen Vorschlag zur Änderung des Systems der ärztlichen Hausapotheken der Öffentlichkeit übermittelt. Dieser Vorschlag sieht die Möglichkeit zur "Eröffnung einer Hausapotheke" für alle Ärzte vor bei gleichzeitiger Pauschalabgeltung von ca. 13 Euro pro Patient und Quartal.

Die NÖ Ärztekammer distanziert sich von diesem Vorschlag und weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich dabei lediglich um eine Privatmeinung von Dr. Reisner handelt.

Dr. Johann Jäger, Vorsitzender der niedergelassenen Ärzte in NÖ und selbst Hausapotheker: "Die Inhalte dieses Vorschlages entbehren jeder Grundlage und sind in der Realität niemals umsetzbar. Einerseits müsste die Medikamentendistribution seitens des Großhandels dazu verfünffacht werden - was völlig auszuschließen ist. Andererseits hätte die Umsetzung vermutlich die Schließung vieler Hausapotheken am Land zur Folge - und damit verbunden möglicherweise auch ein Zusperren vieler Kassenarztpraxen. Es ist für die NÖ Ärztekammer auch nicht nachvollziehbar, weshalb ein Wahlarzt das hervorragend funktionierende System der Hausapotheken bei Kassenärzten zerschlagen möchte, und damit viele ärztliche Kollegen in dramatische wirtschaftliche Schwierigkeiten bringen möchte. Wir Ärzte halten es auch gegenüber unseren Patienten für unzumutbar, durch derartige Vorschläge ein Hausapothekensterben in ländlichen Gebieten zu riskieren."

Besonders befremdlich ist es für die NÖ Ärztekammer, dass ein Spitzenfunktionär ohne jede Rücksprache mit seiner eigenen Kammer Derartiges veröffentlicht.

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