Grüner Pakt: AK fordert Beschäftigungs- und Infrastrukturoffensive für den ländlichen Raum

EU Fördermilliarden für den ländlichen Raum müssen fair verteilt werden

Wien (OTS) - "Im so genannten ländlichen Raum leben fast drei Millionen Österreicherinnen und Österreicher und die brauchen vor allem Arbeitsplätze und eine funktionierende Infrastruktur", fordert Maria Kubitschek, Leiterin des AK Wirtschaftsbereichs, einen zielgerichteten und vor allem fairen Einsatz der EU Fördermittel für den ländlichen Raum. Bei 950 zugesperrten Postämtern, 120 Polizeiposten, 60 Volksschulen und 50 Bezirksgerichten weniger, bei 200.000 Menschen, die täglich nach Wien pendeln müssen, weil sie sonst keine Arbeit finden, ist es, so Kubitschek, "völlig inakzeptabel", dass ein Großteil der 3,5 Fördermilliarden der EU als reines Agrarprogramm verwendet werden. "Von diesen Fördermilliarden müssen auch Nicht-Landwirte etwas haben", sagt Kubitschek. Die AK fordert daher, ebenso, wie es die EU in ihrem "Programm zur ländlichen Entwicklung" vorsieht, Vorrang für Maßnahmen, die neue Arbeitsplätze schaffen und bestehende Arbeitsplätze im ländlichen Raum sichern.

Mit dem Programm zur ländlichen Entwicklung will die EU Kommission bis zu 65 Prozent der 3,5 Milliarden Euro Fördermittel für die "Diversifizierung des ländlichen Raums" einsetzen. Die österreichische Regierung sieht dafür aber nur ein Zehntel der Fördermittel vor. Der überwiegende Teil fließt in ein reines Agrarprogramm.

Die EU-Kommission möchte zudem, dass besonders Frauen und Jugendliche im ländlichen Raum stärker gefördert werden. Aber auch für Frauen und Jugendliche ist bei den Maßnahmen der Regierung "kein Land in Sicht".

Für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums fordert die AK:

+ Eine gerechte Verteilung der Förderungen - alle Sektoren im ländlichen Raum müssen Zugang zu den Maßnahmen haben
+ Maßnahmen, die besonders hohe Beschäftigungseffekte erreichen, müssen Priorität haben. Projekte, die die Beschäftigung von Frauen und Jugendlichen fördern, müssen Vorrang haben.
+ Der Abbau der ländlichen Infrastruktur muss gestoppt werden. Die erzielten Einnahmen aus dem Postverkauf müssen verstärkt in die ländlichen Gemeinden zur Aufrechterhaltung wichtiger Infrastrukturen fließen.

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