AK: Schon wieder 5.000 Abweisungen an berufsbildenden Schulen

Zusätzlich fliegen im ersten Jahr 10.000 raus - AK will Maßnahmen gegen den Platzmangel

Wien (OTS) - Österreichweit rund 5.000 Jugendliche dürften heuer wieder keinen Platz an einer berufsbildenden Schule bekommen haben, schätzen die AK ExpertInnen. Grundlage der Schätzung sind die bereits bekannten 1.242 Abweisungen von BewerberInnen an den berufsbildenden Schulen in Wien. "Wir brauchen endlich ausreichend Plätze an den berufsbildenden Schulen", sagt Johanna Ettl, stellvertretende Direktorin der AK Wien, "sonst sind weiterhin tausende junge Menschen nach der Pflichtschule gezwungen, entweder nicht die gewünschte Ausbildung oder im schlimmsten Fall gar keine Ausbildung zu machen." Überdies sind die berufsbildenden Schulen vollgestopft bis an den Rand, wodurch bereits im ersten Schuljahr 10.000 AnfängerInnen wieder rausfliegen. Die AK verlangt 4.000 zusätzliche Plätze an den berufsbildenden Schulen, in Wien soll der Bund zwei neue berufsbildende Schulen finanzieren, vor allem im Bereich der wirtschaftlichen Berufe.

6.434 Plätze wurden laut Stadtschulrat heuer in den ersten Klassen der Wiener berufbildenden Schulen besetzt (inklusive RepetentInnen), 1.242 BewerberInnen wurden abgewiesen. Laut Schätzung der AK ExpertInnen bedeutet das umgerechnet auf ganz Österreich 5.000 Abweisungen. "So darf das nicht weitergehen", sagt die stellvertretende AK Wien-Direktorin Johanna Ettl, "die betroffenen Jugendlichen erfüllen schließlich alle Voraussetzungen, um an einer berufsbildenden Schule die Ausbildung ihrer Wahl beginnen zu können, und es sind gerade auch Absolventinnen und Absolventen der technischen und wirtschaftlichen Ausbildungen an den berufsbildenden Schulen, die dringend gebraucht werden."

Besorgnis erregend ist überdies, dass aus den berufsbildenden Schulen bereits im ersten Jahr 10.000 von rund 50.000 AnfängerInnen wieder hinausfliegen und dass bis vor dem Abschluss mit insgesamt 20.000 fast die Hälfte der AnfängerInnen wieder aus den Schulen fliegt. Denn gerade die ersten Klassen sind vollgestopft bis an den Rand - 30 oder mehr SchülerInnen sitzen in fast 60 Prozent der ersten Klassen der berufsbildenden höheren Schulen (mit Matura) und in über 40 Prozent der ersten Klassen der berufsbildenden mittleren Schulen (Fachschulen).

Die Arbeiterkammer will Maßnahmen, damit mehr Jugendliche eine Ausbildung an einer berufsbildenden Schule beginnen und auch abschließen können:

+ 4.000 zusätzliche Schulplätze, vor allem für zukunftsweisende Berufe;

+ zwei neue berufsbildende Schulen in Wien, vor allem im Bereich der wirtschaflichen Berufe;

+ weniger SchülerInnen pro Klasse - insbesondere an den berufsbildenden Schulen ist die schrittweise Reduzierung auf 25 SchülerInnen notwendig;

+ zusätzlich praxisorientierte Ausbildung in einer neuen Vollzeitberufsschule - auch das würde Druck von den berufsbildenden Schulen nehmen.

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