Das Gesundheitswesen entwickelt sich zum "Global Business"

Gleitsmann zu Österreichs Chancen in diesem weltweiten Wachstumsmarkt - Referat auf der Sozialpartnertagung "Grenzenlose Gesundheitsversorgung" in Reichenau

Wien (PWK780) - Das Gesundheitswesen wird zu einem künftigen Leitsektor der globalen Wirtschaft. Arbeitsplätze werden nach Meinung namhafter Zukunftsforscher vorrangig in diesem Sektor entstehen, die nationale Versorgungsmedizin werde sich zum "Global Business" entwickeln. Im Megamarkt Gesundheit werden weltweit schon jetzt mehr als 5.000 Milliarden US-Dollar jährlich umgesetzt, stellte der Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich, Martin Gleitsmann, Donnerstag in seinem Referat zum Thema "Grenzüberschreitendes Gesundheitswesen -Auswirkungen auf die Gesundheitswirtschaft" im Rahmen der Sozialpartnerenquete (AK NÖ und WKÖ) in Reichenau an der Rax fest.

Auch der österreichische Gesundheitsmarkt präsentiert sich als Wachstumsmarkt. 2004 erreichten die Gesundheitsausgaben, wie Gleitsmann mitteilte, 22,7 Milliarden Euro, wovon 71 Prozent auf öffentliche Ausgaben entfielen. Unter Berücksichtigung der Ausgaben für Pflege ergibt das 9,6 Prozent des BIP. Am Gesundheitsmarkt werden künftig ca. 400.000 Personen Beschäftigung finden. 7,9 Millionen Österreicher (98 Prozent der Bevölkerung) sind durch die soziale Krankenversicherung geschützt.

Österreichs Spezialitäten und somit potentielle Exportartikel im internationalen Gesundheitsmarkt, so Gleitsmann weiter, sind die österreichische medizinische Schule, die e-Card, aber auch Medizintechnik und -produkte, unser Wellness Know How sowie das österreichische Sozialversicherungssystem. Internationale Entwicklungsmöglichkeiten ergeben sich für heimische Anbieter u.a. bei hochspezialisierten Krankenanstalten. "Wir werden insgesamt mehr Wettbewerb, mehr Markt erhalten. Dafür sind allerdings faire Rahmenbedingungen und Qualitätssicherung Voraussetzung".

Risken sieht Gleitsmann in der Gastpatientenproblematik. Ausländische Patienten in Österreich werden über Landesfonds abgerechnet. Hier sei eine Neuregelung dringend notwendig, um Verluste (derzeit 50 bis 80 Millionen Euro) zu verhindern und Gewinne zu ermöglichen. Jedenfalls empfiehlt sich für Österreich ein offensiver Zugang zum Gesundheitsmarkt mit der Erschließung von Angebotsnischen.

Eine interessante Idee wäre für Gleitsmann die Schaffung einer "Versorgungsregion Ost" mit Wien als Zentrum und einem grenzüberschreitendem Einzugsgebiet (Pressburg und Ödenburg). Vorhandene österreichische Überkapazitäten könnten dabei international angeboten werden. Gute Chancen ergeben sich in den Bereichen Rehabilitation, Kur und Wellness.

Ein weiteres Potential für die Nutzung der grenzüberschreitenden Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen liege, wie Gleitsmann abschließend feststellte, in der Europäischen Krankenversicherungskarte (eKVK). Derzeit seien zwar 60 Millionen Karten im Umlauf, doch würden davon nur ca. 64.000 Karten verwendet werden können. (hp)

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