Studie untermauert AK-Forderung nach Erhöhung des Arbeitslosengeldes

Linz (OTS) - Die kürzlich veröffentlichte Studie "Lebens- und Problemlagen arbeitsloser Menschen in Oberösterreich" zeigt einmal mehr, dass effektive Armutsbekämpfung auch eine Anhebung der Netto-Ersatzrate beim Arbeitslosgeld beinhalten muss: "82 Prozent der Befragten geben an, das größte Problem sei der finanzielle Einbruch. Das ist mehr als deutlich", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die im Auftrag der Sozialabteilung des Landes Oberösterreich von der Uni Linz durchgeführte Studie zeigt darüber hinaus, dass das Arbeitsmarktservice (AMS) zwar sehr effektiv arbeitet, bei der persönlichen Beratung der Jobsuchenden aber an seine personellen Grenzen stößt. "Mehr Zeit für die Besprechung individueller Probleme und für Beratung wäre notwendig", so Kalliauer. Deshalb brauche das AMS mehr Personal.

Immerhin fast 30 Prozent der Befragten meinen, ihr Berater/ihre Be-raterin hätte zu wenig Zeit für sie. Dieser Prozentsatz nimmt bei längerer Arbeitslosigkeit zu: Von den laut Eigendefinition länger als ein Jahr Arbeitslosen sagen dies bereits rund 35 Prozent.

Eindrucksvoll zeigt die Studie, wie wichtig es ist, die offizielle Arbeitslosenstatistik zu hinterfragen: Die Befragten stufen sich -nach Ansicht der AK zu Recht - selbst als durchgehend arbeitslos und arbeitssuchend ein, auch wenn ihre "offizielle" Arbeitslosigkeit durch Schulungen, Kurse, Krankenstände oder Pensionsanträge sozusagen künstlich verringert wurde.

Diese Diskrepanz zwischen tatsächlicher und statistischer Arbeitslosigkeit zeigt sich sehr deutlich in der Tatsache, dass knapp 35 Prozent der befragten 519 Personen sich selbst als langzeitarbeitslos (länger als ein Jahr arbeitslos) bezeichnen. Laut AMS waren zum Zeitpunkt der Befragung aber in ganz Oberösterreich nur 41 Personen langzeitarbeitslos, das entspricht 0,2 Prozent aller Arbeitslosen!

Für die Arbeiterkammer Oberösterreich ergeben sich daraus folgende Konsequenzen: Erstens muss es auch für Arbeitslose eine Mindestsicherung geben, die über der Armutsgefährdungsschwelle von 848 Euro liegt. Zweitens muss jeder, der die Arbeitslosigkeit ernsthaft bekämpfen will, von den tatsächlichen Arbeitslosenzahlen ausgehen, und nicht von den offiziellen Statistiken des AMS. Und drittens sind alle Überlegungen in Richtung mehr Zeit für individuelle Betreuung der Arbeitslosen zu unterstützen.

Tabellen zur Vormerkdauer der Arbeitslosen und zu den schlimmsten Auswirkungen der Arbeitslosigkeit finden Sie unter www.arbeiterkammer.com im Bereich "Presse".

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