Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: Frauenbonus, Männermalus (von Eva Weissensteiner) Eva Weissensteiner)

Ausgabe 22.11.2006

Klagenfurt (OTS) - Die Grünen wollen die Parteienfinanzierung an den Frauenanteil im Parlament koppeln. Aktuell liegt die Frauenquote im Hohen Haus bei 31,2 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass Frauen 51,4 Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, sind sie politisch klar unterrepräsentiert.

Das Grüne Bonus-Malus-Modell - Parteien mit hoher Frauenquote bekommen Prämien, während jenen mit geringem Frauenanteil die Mittel gekürzt werden hat ja durchaus Charme. Wenns freiwillig nicht klappt, dann eben mit Zuckerbrot und Peitsche. Andererseits hat die Sache einen schalen Beigeschmack. Müssen Parteien tatsächlich bezahlt werden, um mehr Frauen in hohe Positionen zu setzen? Vielleicht ja, betrachtet man die Situation auf dem freien Arbeitsmarkt. Eine Frau verdient durchschnittlich 24 Prozent weniger als ein Mann in gleichwertiger Position. Das heißt, der Arbeitgeber verschafft sich den Frauen-Bonus selbst, indem er seinen weiblichen Angestellten einfach weniger zahlt.

Österreich ist politisch gesehen mit einer satten Zweidrittelmehrheit in der Hand der Männer, begründen die Grünen ihren Vorstoß. Na, dann sollten sie sich auch nicht wundern, wenn ihr Antrag auf geschlechtsabhängige Parteienfinanzierung bei der nächsten Nationalratssitzung durchrasselt.

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