Prälat Leopold Ungar JournalistInnenpreis 2006 vergeben

Caritas und Raiffeisen verliehen Auszeichnung für herausragende journalistische Leistungen

Wien (OTS) - Mit dem Prälat Leopold Ungar JournalistInnenpreis wurden dieses Jahr in der Kategorie Print Nina Horaczek (Falter), in der Kategorie Hörfunk Dorothee Frank und Cornelia Krebs (beide Ö1) und in der Kategorie TV Christian Schüller gemeinsam mit Georg Motylewicz (ORF/Bayern Alpha) ausgezeichnet. Die Jury unter dem Vorsitz von Barbara Coudenhove-Kalergi ehrt mit dem Preis bereits zum dritten Mal JournalistInnen, die sich in ihrer Arbeit um Toleranz und Verständnis im Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen bemühen.

"Ich halte den Preis für etwas Besonderes im Sinne des Namensgebers Prälat Leopold Ungar, der nie den einfachen Weg gegangen ist, sondern der vielfach unbequem war und auch angeeckt ist. Und genau das gehört meines Erachtens auch zur Arbeit guter Journalisten, dass sie den Mut haben, anzuecken, auch unangenehme Wahrheiten auszusprechen und im besten Sinn des Wortes anwaltschaftlich zu sein. Diesen Mut wollen wir hier und heute auszeichnen", sagte der Wiener Caritasdirektor Michael Landau anlässlich der Preisverleihung am 21. November in Wien.

Auch Peter Püspök, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, erinnerte an Prälat Leopold Ungar als einen "beherzten und manchmal wohl unbarmherziger Kritiker des Beiläufigen - einen Mahner." Raiffeisen habe den Medienpreis auch deshalb mit der Caritas kreiert, um deutlich zu machen, wie wichtig und wertvoll die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten ist, die sich auch für Menschen und Themen einsetzen, die möglicherweise als besonders unangenehm und störend empfunden werden. Raiffeisen will nahe bei den Menschen sein, so Püspök. "Auch dort, wo es um das notwendige und not-wendende Engagement für Menschen in den unterschiedlichsten Krisensituationen geht". In diesem Sinn ist Raiffeisen Partner der Caritas etwa in der Unterstützung der Hospizarbeit, aber auch durch Abendessen in der Gruft, die Raiffeisenmitarbeiterinnen regelmäßig in ihrer Freizeit für die wohnungslosen Menschen in der Gruft kochen.

Der von der Caritas der Erzdiözese Wien und der Raiffeisen Niederösterreich-Wien vergebene Preis ist der höchstdotierte JournalistInnenpreis in Österreich, die Preissumme wurde von Raiffeisen Niederösterreich-Wien in diesem Jahr auf 16.000 Euro erhöht. Damit können sich die Preisträger über je 4.000 Euro freuen. Eingereicht wurden 90 Beiträge von 42 JournalistInnen, die Jury (Dolores Bauer, Hubert Gaisbauer, Roland Machatschke, Kurt Ceipek und Doris Becker) hatte neun JournalistInnen für den Preis nominiert.

"Das konsequente und journalistisch qualifizierte Aufgreifen sozialer Themen in bewährter Falter-Qualität will die Jury mit der Auszeichnung für Nina Horaczek belohnen", erklärte Barbara Coudenhove-Kalergi bei der Preisverleihung. Mit ihrem Beitrag "Alltägliche Einzelfälle" habe Horaczek ein vorbildliches Beispiel für engagierten und handwerklich hervorragenden Journalismus vorgelegt, so Coudenhove-Kalergi weiter. Es werde deutlich, dass es der Autorin um die verständliche Vermittlung von Informationen über das neue Fremdenrecht gehe, wobei es ihr Anliegen sei, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen.

Mit der Auszeichnung von Cornelia Krebs solle das kontinuierliche Engagement einer Journalistin für soziale Themen gewürdigt werden. "Betteln verboten" sei ein Beitrag, der von hoher journalistischer Kompetenz zeuge, so Coudenhove-Kalergi. Abseits von jedem Sozialvoyeurismus werden Scheinargumente und Vorurteile entkräftet. "Einmal mehr ausgezeichnet wird damit auch die Sendung "Journal Panorama", die immer wieder soziale Themen aufgreift und somit einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und Aufklärung der Öffentlichkeit leistet", sagte Coudenhove-Kalergi.

"Wir waren beeindruckt, dass sich mit Dorothee Frank eine bekannte Kulturjournalistin an einen schwierigen sozialpolitischen Themenkomplex wagt", erzählte Coudenhove-Kalergi. Geradezu enzyklopädisch umfassend und gut strukturiert, engagiert und doch ohne ideologische Scheuklappen würden die Themen "Migration, Asyl und Einbürgerung" in der gleichnamigen Sendereihe analysiert. "Besonders hervorzuheben sind die umfangreiche Recherchearbeit, das Finden hervorragender GesprächspartnerInnen und die sprachliche und gestalterische Kompetenz der Redakteurin", so die Vorsitzende der Jury.

"Eine hervorragende Arbeit haben auch Georg Motylewicz und Christian Schüller anlässlich des 20. Jahrestages der Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl vorgelegt", so Coudenhove-Kalergi in ihrer Laudatio. Hervorzuheben sei besonders die Gestaltung der Sendung, die das richtige Maß an Information und Emotion biete und die ganze Tragweite des Unglücks von 1986 mit seinen tragischen menschlichen Folgen bis heute aufzeige.

Durch den Abend im Leopold-Ungar-Haus der Caritas Wien führte Vorjahres-Preisträgerin Andrea Puschl. Die Filmportraits der Preisträger wurden gestaltet von UTV Wien, einem Netzwerk junger und unabhängiger Filmschaffender.

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