Stechapfelsamen in Hirseprodukten: Gesundheitsministerium koordiniert bei Expert/innensitzung weiteres Vorgehen

Abgestimmter Maßnahmenkatalog soll Verunreinigung mit giftigen Stechapfelsamen verhindern und Verbraucher/innen schützen

Wien (OTS) - Nachdem in diesem Jahr innerhalb weniger Monate
bereits fünfmal einzelne Chargen von Hirseprodukten unterschiedlicher Hersteller aus dem Handel genommen werden mussten, hat das Gesundheitsministerium umgehend reagiert und eine österreichweite Schwerpunktkontrolle von kleinkörnigem Getreide und dessen Verarbeitungsprodukten gestartet.

Erste Ergebnisse dieser Schwerpunktaktion, die in Zusammenarbeit mit den Lebensmittelaufsichtsbehörden der Bundesländer durchgeführt werden, liegen nun vor. Von derzeit 72 untersuchten Hirseproben wurden fünf wegen des Nachweises von Stechapfelsamen beanstandet. Entsprechende Rückholaktionen wurden von den betroffenen Herstellern schnellstmöglich eingeleitet bzw. bereits abgeschlossen.

Weiters hat das Gesundheitsministerium gestern, Montag, eine Sitzung mit den beteiligten Verkehrskreisen (Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, Arbeiterkammer und AGES) einberufen, um qualitätssichernde Maßnahmen abzustimmen. "Ziel des Treffens war es, gemeinsame Lösungsansätze zu finden, um das Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher zu minimieren", sagte Mag. Ulrich Herzog, Bereichsleiter für Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium. "Entsprechend einer von der AGES erarbeiteten Risikobewertung wurde für die Verunreinigung von Hirse mit Stechapfel ein Grenzwert von drei Stechapfelsamen pro Kilogramm Hirse definiert."

Weiters einigten sich die Sitzungsteilnehmer/innen auf folgende Maßnahmen:

1. Die Lebensmittelunternehmer bekennen sich zu qualitätssichernden Maßnahmen auf allen Stufen der Lebensmittelkette.
2. Stechapfelsamen werden im Rahmen der Eigenkontrolle berücksichtigt.
3. Kann im Zuge von Reinigungsmaßnahmen oder anderen qualitätssichernden Maßnahmen das Ziel (Einhaltung des Grenzwertes) nicht erreicht werden, wird eine chargenweise Kontrolle durchgeführt. 4. Im Rahmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion wird zur Vorbereitung der nächsten Ernte eine intensive flächendeckende Beratung aller Betriebe stattfinden und ergänzend die Möglichkeit von Vertragsanbau geprüft werden.
5. Die Schwerpunktaktion im Rahmen der amtlichen Kontrolle wird fortgeführt. Die Wirksamkeit der vereinbarten Maßnahmen wird nach Vorliegen weiterer Ergebnisse verifiziert.

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