Kommunale Spitzenverbände vergeben "Preis der Kommunen 2006"

Preise für wissenschaftliche Arbeiten zu "Bürgermeister-Direktwahl" und "Energie- und Raumplanung auf Gemeindeebene"

Wien (OTS) - Der Österreichische Gemeindebund und der Österreichische Städtebund haben am Dienstag den "Preis der Kommunen" verliehen. Dieser Preis wird für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten mit dem Schwerpunkt "Kommunales" seit 2002 alljährlich von einer hochkarätigen Jury unter dem Vorsitz von o.Univ.-Prof. Dr. Theo Öhlinger vergeben. Die beiden ausgezeichneten PreisträgerInnen des Jahres 2006 sind der Vorarlberger Politologe und Jurist Martin Salomon (Universität Innsbruck) sowie die oberösterreichische Landschaftsplanerin Hermine Mitter (Universität für Bodenkultur Wien).****

Gemeindebund-Generalsekretär Dr. Robert Hink zeigte sich erfreut über das kleine Jubiläum dieses Wissenschaftspreises: "Wir vergeben diesen Preis heuer zum 5. Mal, das ist schon ein Grund zum feiern." Die heute preisgekrönte Arbeit von MMag. Martin Salomon zeichne sich durch besondere Praxisnähe aus. "Es ist spannend - auf Basis einer wissenschaftlichen Arbeit - nachzulesen, ob und wie sich die Direktwahl von Bürgermeistern in Vorarlberg bewährt hat", so Hink in seiner Laudatio für einen der beiden Preisträger.

Städtebund-Generalsekretär und Laudator Dkfm. Dr. Erich Pramböck freute sich bei der Preisverleihung "über den wegweisenden Charakter der vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen für die Gemeindeebene. Gerade die Energieversorgung - ob im ländlichen Raum oder in der Stadt - ist wohl das Schlüsselthema der kommenden Jahre, eine integrierte Energie- und Raumplanung das Gebot der Stunde", so Pramböck.

Untersuchung zur "Bürgermeister-Direktwahl"

Die politikwissenschaftliche Arbeit "Bürgermeister-Direktwahl -Erfahrungen und Trends in Vorarlberg" des aus Bürs stammenden Martin Salomon geht nach einer Erläuterung der verfassungsrechtlichen Grundlagen der Frage nach, ob sich dadurch allgemein die Beteiligung der Bevölkerung und das demokratische Engagement erhöht hat. Grundlage dafür ist die These, dass die Personalisierung des Wahlrechts mehr Zurechenbarkeit und damit mehr Identifikation der BürgerInnen mit der Gemeindepolitik zur Folge hat. Ergebnis: Die Direktwahl hat an Erscheinungen der Politikverdrossenheit nicht wesentlich gerüttelt, auch die Wahlbeteiligung konnte damit nicht signifikant positiv verändert werden. BürgermeisterInnen und GemeindemandatarInnen sehen die Einführung des Instruments allerdings vorwiegend positiv, lediglich bei unterschiedlichen Mehrheiten (BürgermeisterIn/Gemeinderat) wird eine "Systemlähmung" nicht ausgeschlossen.

Erneuerbare Energie auf Gemeindeebene

Die Oberösterreicherin DI DI Hermine Mitter hat in ihrer Arbeit die Thematik "Energieplanung" anhand des Betriebs von Biomasseanlagen untersucht. Mit Hilfe moderner Methoden können prospektive BetreiberInnen von Biomasse-Nahwärmeanlagen schon im Vorfeld abschätzen, ob eine Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann. Auf Basis einer Wärmebedarfserhebung können jene Gebiete in einer Gemeinde definiert werden, deren Wärmeversorgung mit einer förderwürdigen Biomasseanlage möglich ist. Durch die Ausweisung dieser Flächen als "Vorrangflächen für Infrastruktur-Nahwärmeversorgung" im örtlichen Entwicklungskonzept kann eine Gemeinde alle notwendigen Maßnahmen zur Forcierung der Biomasse-Nahwärmenutzung vorsehen. Die Forcierung der Biomasse dient einerseits dem Klimaschutz, andererseits der Sicherung der lokalen und regionalen Beschäftigung bzw. Sicherung der Wertschöpfung vor Ort. (Schluss) stä/dk

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