Berger: Fußball ist mehr

Rechtliche Unsicherheiten müssen überwunden werden

Wien (SK) - "Wenn das europäische Fußballmodell erhalten bleiben soll, dann muss die EU-Politik jetzt endlich handeln. Die letzten Jahre haben immer größere Unterschiede zwischen 'reichen' und 'armen' Vereinen gebracht, wobei die 'Reichen' gleichzeitig die finanziell stärksten Sponsoren und damit auch die besten Spieler binden können. Rechtlich herrscht ein immer freierer Raum, der durch Einzelfallentscheidungen des EuGH nicht merklich verbessert wird", so die Justizsprecherin der SPE-Fraktion, Maria Berger, nach der heutigen Annahme ihrer Stellungnahme zum professionellen Fußball in Europa im Rechtsausschuss des Europäischen Parlaments. ****

"Fußball spielt sich nicht in einem rechtsfreien Rahmen ab", betont Berger. "Das Verbot von Diskriminierungen, das Recht auf Freizügigkeit von Arbeitnehmern, die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit und das Beschäftigungs- und Sozialrecht gelten für Fußballer ebenso, wie für alle anderen Arbeitnehmer. Weiters erschweren unterschiedliche nationalstaatliche Regelungen den übernationalen Wettbewerb, etwa bei der Vermarktung von Fernsehrechten oder bei unterschiedlichen Beihilfengewährungen und Lizenzierungspraktiken."

"Vernünftige Ideen, wie die ab dem nächste Spieljahr geltende 'home grown players rule' können durch den unsicheren Rechtsrahmen zunichte gemacht werden", befürchtet die Europaabgeordnete. Demnach muss jede Mannschaft mindestens vier lokal ausgebildete Spieler im Team haben. Diese Zahl sollte sich, nach Vorstellung des Europäischen Fußballverbandes UEFA, innerhalb von drei Jahren auf acht Spieler erhöhen. "Ein wichtiger Beitrag für die Nachwuchsförderung. Allerdings ist nicht sicher, ob die Regel nicht gegen das EU-Diskriminierungsverbot verstößt."

"Es ist notwendig, einen EU-Rechtsrahmen zu schaffen, nicht für die sportlichen Regelungen, aber für die wirtschaftlichen. Gleichzeitig ist es wichtig, die Spezifika dieses Sektors im Auge zu behalten, gerade in den sozialen, erzieherischen und solidarischen Wechselwirkungen", so Berger. Dass sich das EU-Recht durchaus positiv auf die Rechte der professionellen Spieler auswirken kann, zeigt etwa das Bosman-Urteil. Angaben der Vereinigung der professionellen Fußballerspieler (FIFPro) zu Folge, verfügen aber noch immer etwa 50 Prozent der Spieler über keinen gültigen Arbeitsvertrag mit ihrem Klub und viele Arbeits- und Ausbildungsverträge sind rechtlich problematisch. "Eine einheitliche Regelung muss deutliche Verbesserungen für die Spieler mit sich bringen", fordert Berger daher abschließend. (Schluss) ps/mm

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