Neues Volksblatt: "Angriffsziel" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 20. November 2006

Linz (OTS) - o schnell kann's gehen. Hatte sich Grünen-Chef Alexander Van der Bellen am 4. Oktober nach einem Gespräch mit Bundespräsident Heinz Fischer noch für eine Große Koalition ausgesprochen, so sah für seine Stellvertreterin Eva Glawischnig gestern die Welt ganz anders aus. "Nichts Gutes" werde auf Österreich zukommen, so ihr Befund angesichts der beginnenden rot-schwarzen Koalitionsverhandlungen. Möglicherweise entspringt diese Verbitterung weniger den realpolitischen Befürchtungen als dem Umstand, dass die Grünen nun doch nicht als Stabilisator einer SPÖ-Minderheitsregierung gebraucht werden könnten. Sollte Rot-Schwarz zustande kommen, wird es interessant sein zu beobachten, ob es Frau Glawischnig doch noch gelingt, sich von der ausschließlichen Oppositionspolitikerin zur nicht ganz so parteipolitisch gesteuerten Dritten Nationalratspräsidentin zu wandeln. Und noch etwas wird interessant werden: Wie eng nämlich Grün, Blau und Orange in den beiden Untersuchungsausschüssen zusammenrücken und wie sehr sie zeitlich auf die Bremse steigen, damit ihnen eine Großen Koalition möglichst lange ein Angriffsziel bietet.

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