"trend": Wertschöpfungsabgabe für Reithofer denkbar

Der Wienerberger-Chef plädiert für eine Umschichtung der Steuern von Arbeitseinkommen auf Gewinne

Wien (OTS) - Mit einer ungewöhnlichen Aussage lässt Wienerberger-Chef Wolfgang Reithofer im Interview mit dem Dienstag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend" aufhorchen. Bei seinen Anliegen an eine neue Bundesregierung nennt Reithofer neben Bundesstaatsreform und der besseren Vernetzung mit Osteuropa vor allem auch das Thema Steuern. Hier meint er allerdings nicht eine Steuersenkung für Unternehmen, ganz im Gegenteil: "Ich kann mir vorstellen, dass man den oberen Teil des Mittelstands entlastet. Hier würde ich aber nicht unbedingt den Spitzensteuersatz angreifen. Meines Erachtens müsste man die auf Arbeitseinkommen bezogenen Steuern oder Abgaben umschichten - auch wenn ich mir mit dieser Aussage keine Freunde mache."
Auf die Frage, ob er damit die Einführung einer Wertschöpfungsabgabe meine, präzisiert Reithofer gegenüber "trend":
"Es geht darum, die Teile, die nicht Arbeitseinkommen sind, mit Abgaben zu belegen, also umzuschichten. Und damit geht es letztlich in Richtung Wertschöpfungsabgabe. Wobei ich hierfür sicherlich kein Detailkonzept habe. Aber wenn alle nach Arbeitsplätzen verlangen, richtigerweise, kann ich nicht gleichzeitig diejenigen bestrafen, die Arbeitsplätze schaffen."
Scharfe Worte der Kritik findet Reithofer zum Bankenausschuss, den er wörtlich als
"schwachsinnige Aktion" bezeichnet: "Man muss sich vorstellen, dass die SPÖ sogar bereit ist, die Bawag negativ anzupatzen, nur damit sie diesen Untersuchungsausschuss machen kann. Das sind für mich Dinge, die den Wirtschaftsstandort unnötigerweise in die Nähe einer Bananenrepublik ziehen, und das macht mich etwas nervös." Auch die Überprüfung von Kontrollorganen wie die Finanzmarktaufsicht hält Reithofer für falsch, weil ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss für ihn nur "ein Showdown" sei: "Dort geht’s nicht darum, die Wahrheit herauszufinden, sondern den politischen Gegner anzupatzen."

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