Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG: - Trauriger Alltag im Irak (von Gabi Russwurm-Biro)

Ausgabe 18.11.2006

Klagenfurt (OTS) - Trauriger Alltag im Irak. Die Region versinkt
im Chaos, das Desaster hat um sich gegriffen. Die Leichenhallen sind überfüllt. Täglich hören wir von Dutzenden Opfern, von Massenentführungen, Selbstmordattentaten, Massakern und Massakrierungen. Die Spannungen zwischen Schiiten und der sunnitischen Minderheit wachsen ins Unerträgliche. Die Armee und die US-Militärs haben die Lage im Land längst nicht mehr unter Kontrolle. Verbrecherbanden und schiitische Milizen wüten. Die Polizeibehörden sind zu schwach, um durchzugreifen.

Keiner in Bagdad, der es sich irgendwie leisten kann, traut sich ohne private Sicherheitskräfte auf die Straße. Kein Konvoi kommt ohne sie aus. Die privaten Security-Firmen haben Tausende Ausländer als "Söldner" beschäftigt, die um sehr viel Geld erledigen, was staatliche Sicherheitsorgane nicht mehr schaffen: den Schutz vor Anarchie.

Aber das Chaos ist nicht mehr allein das Problem der Amerikaner. Wenn Europa nicht in den Strudel der Gewalt ausgehend vom Mittleren Osten hineingezogen werden will, dann müssen auch wir Verantwortung übernehmen und nicht nur das strategische Problem Irak im Auge haben. Ohne massive ökonomische und soziale Aufbauprogramme verkommt der Irak und löst eine gewaltsame Kettenreaktion bei den Nachbarstaaten aus.

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