Internationalisierung und Fußball-EM im Blickpunkt der Tourismuswirtschaft

Schenner: "Exportwerkstatt Tourismus" vermittelt die notwendigen Grundkenntnisse zur Erschließung neuer Märkte

Wien (PWK759) - Einen Ausblick auf den Saisonverlauf und die nächsten Projekte der Österreich Werbung (ÖW), mit den Schwerpunkten Internationalisierung und "EURO 08", gaben Wirtschafts- und Tourismusminister Martin Bartenstein, die neue ÖW-Geschäftsführerin Petra Stolba, ihr Vorgänger und jetziger Vorstandsvorsitzender der Arcotel-Hotelgruppe, Arthur Oberascher und der Obmann der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der WKÖ, Johann Schenner, heute, Freitag, in einem gemeinsamen Pressegespräch im Haus der Österreich Werbung.

Wie Bartenstein sagte, sei der Sommer 2006 wegen des kühlen Augusts "nicht ganz einfach" verlaufen. Während die Gesamtnächtigungen im Sommerhalbjahr etwa auf Vorjahresniveau stagnierten, sei bei den Umsätzen doch mit einem Plus von zwei Prozent zu rechnen. Die Aussichten auf die kommende Wintersaison bezeichnete der Minister als "gut, aber nicht überschwänglich" Für die Fußball-Europameisterschaft 2008 - nach Fußball-WM und den Olympischen Spielen das weltweit drittgrößte Sportereignis - ist ein Sonder-Budget von 12 Millionen Euro vorgesehen. Dieses soll, so Bartenstein, je zur Hälfte von Bund (6 Millionen) und den Ländern sowie Austragungsstätten ("host cities") kommen. Die Einzelheiten dieses Budgets werden in den nächsten Wochen vorzubereiten sein. Wie der Minister betonte, werde es sich dabei um "frisches Geld" handeln, also um eine Aufstockung der vorhandenen ÖW-Mittel um eben diesen Betrag. Die Schweiz habe übrigens zur EURO 08 ein Budget von 15,5 Millionen Euro lockergemacht, womit Tourismus und Wirtschaftsstandort beworben werden.

Ebenso wie Bartenstein kündigte auch Stolba eine breitere Diversifizierung und Internationalisierung der Herkunftsmärkte an. "Nur so können wir Einbußen aus klassischen Herkunftsmärkten, insbesondere aus Deutschland, abfedern", betonte sie. Vorbild ist der frühe Markteintritt in die mittel- und osteuropäischen Länder, der sich inzwischen mit zum Teil zweistelligen Zuwachsraten bei Ankünften und Nächtigen bezahlt macht. Stolba: "Fokus unserer Aktivitäten sind Märkte wie China, Indien oder die arabischen Staaten - also überall dort, wo reisebereite und zahlungskräftige Gästeschichten entstehen".

Auch Schenner hob die große Bedeutung neuer Märkte für den heimischen Tourismus hervor. "Wir wollen nicht wie der Storch auf nur einem Bein, sondern wie die Raupe auf vielen Beinen stehen", merkte der Sprecher der Tourismuswirtschaft an. Auf ihrem Weg in neue Märkte werden die Betriebe dabei von der Initiative "go international" des Wirtschaftsministerium und der Wirtschaftskammer Österreich unterstützt. Die Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft der WKÖ hat in diesem Rahmen ein für die Tourismusbranche maßgeschneidertes Ausbildungsangebot, die "Exportwerkstatt Tourismus", entwickelt. Dabei werden den interessierten Unternehmern die für die Erschließung neuer Märkte notwendigen Grundkenntnisse vermittelt. Die Workshops richten sich vor allem an Unternehmer aus den Bereichen Hotellerie und Incoming-Reisebüros, die zusätzliche Gäste gewinnen wollen.

Wie Schenner im einzelnen ausführte, bekommen die Workshopteilnehmer in insgesamt 24 Unterrichtsstunden einen breiten Überblick über alle für die Internationalisierung relevanten Themenbereiche. Die Exportwerkstatt Tourismus wird zu 75 Prozent aus den Fördermitteln der Exportinitiative "go international" finanziert. Die Teilnehmer müssen lediglich einen Selbstbehalt von 25 Prozent leisten. Die ersten Workshops starten im Frühjahr 2007. Insgesamt läuft die Aktion bis zum Sommer 2008. Die Veranstaltungen sind in allen Bundesländern in den Einrichtungen des WIFI oder der Landeskammern geplant. (hp)

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