Angetaute Ente aus dem Dachdeckerauto

AKNÖ warnt erneut vor Werbeveranstaltungen

Wien (AKNÖ) - Weihnachtsenten, Jungtruthahn und eine Martini-Weihnachtsgans wurden den TeilnehmerInnen einer Werbeveranstaltung als Geschenk in Aussicht gestellt. Nach einer langen Reise mit unbekanntem Ziel, landete der Bus in der tiefsten Slowakei. Dort ging die Werbeveranstaltung über die Bühne. Das Geflügel wurde erst viel später geliefert - abends um acht auf der Allander Autobahn, aus einem ungekühlten Dachdeckerauto.

In der Einladung wird die Werbeveranstaltung als Weihnachtsfeier getarnt. Angekündigt wird eine Reise in den Dunkelsteiner Wald mit Weihnachtsmenü und einer Ente, einer Gans und einem Truthahn als Abschlussgeschenk. Die TeilnehmerInnen, die sich für die Fahrt angemeldet haben und sich in Rekawinkel zur Abfahrt trafen, wurden überraschend einen Tag vorher telefonisch gebeten, ihren Reisepass mitzunehmen. AKNÖ-Konsumentenberaterin Christa Hörmann, die unerkannt mitfuhr: "Wir hatten keine Ahnung, wo die Reise hingehen soll. Erst kurz vor der Grenze wurde gesagt, wir würden in die Slowakei fahren." Schließlich landete man 80 km von Bratislava entfernt im wenig reizvollen Biely Kostal und dort in einem noch weniger ansprechenden Saal.

Werbeveranstaltungen weichen ins Ausland aus
"Meine Überraschung war groß, als ich feststellte, dass neben dem der AKNÖ-Konsumentenberatung bekannten Präsentator Joachim auch der uns ebenfalls bekannte Caterer aus St. Pölten in die Veranstaltung eingebunden war. Seine Firma war - wie so häufig bei derartigen Werbeveranstaltungen - für das leibliche Wohl zuständig", sagt Hörmann. Nach den üblichen Präsentationen von überteuerten Matratzenauflagen, Massagepolstern und Reisemöglichkeiten ging es um 17.30 Uhr heimwärts. "Das in Aussicht gestellte Geflügel wurde wegen angeblicher Einfuhrbeschränkungen nicht in der Slowakei ausgehändigt, sondern auf der Autobahnraststätte in Alland", berichtet Hörmann. Um acht Uhr abends war es soweit: Jeder erhielt lediglich eine bereits angetaute Ente aus einem ungekühlten Dachdeckerauto. Nicht ungefährlich, wenn man bedenkt, dass Geflügel in diesem Zustand aus Gesundheitsgründen nicht mehr eingefroren werden darf. Hörmann rät allen KonsumentInnen dringend davon ab, bei derartigen Werbeveranstaltungen mit zu fahren: "Die Teilnehmer erwarten nur stundenlange Busreisen, Strapazen, überteuertes Essen und überteuerte Getränke auf niedrigstem hygienischen Standard." Die AKNÖ-KonsumentenberaterInnen wissen derzeit, dass weitere Fahrten am 18., 22., 24., 28. November und am 14. Dezember geplant sind, ausgehend von Mistelbach, Wien Umgebung, Baden und Wien.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Konsumentenberatung
Christa Hörmann,
Telefon: 0664 824 05 10
http://noe.arbeiterkammer.at

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