APA-OTS-Politikportalanalyse: Ultimatum für Koalitionspoker

Wien (OTS) - Das Innsbrucker MediaWatch Institut erstellt im
Auftrag von APA-OTS wöchentlich ein Top-30 Ranking der meist genannten PolitikerInnen in den österreichischen Tageszeitungen. Im aktuellen Untersuchungszeitraum (10. bis 16. November 2006) landet Bundeskanzler Wolfgang Schüssel auf Rang eins. SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer belegt den zweiten Platz, gefolgt von Bundespräsident Heinz Fischer auf dem dritten Platz.

Die Berichterstattung der österreichischen Medien konzentriert sich in dieser Woche auf das mögliche Aus einer großen Koalition. Die Weiterführung der Koalitionsgespräche von SPÖ und ÖVP steht nun vor der endgültigen Entscheidung. Nachdem auch die persönlichen Vieraugen-Gespräche keine Lösung brachten und die ÖVP auf ihrem bisherigen Standpunkt - Verhandlungen erst wenn die Untersuchungsausschüsse beendet sind - beharrte, stellte Gusenbauer der VP ein Ultimatum. Die SPÖ räumt der Volkspartei dabei eine letzte Frist für eine große Koalition ein, man wolle endlich Klarheit. Diese aktuelle Thematik spiegelt sich im Politikerranking durch die große mediale Resonanz der derzeit wichtigsten drei Protagonisten wieder. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel belegt diese Woche mit 1087 Nennungen Platz eins. Knapp dahinter folgt mit 965 Nennungen SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer auf Rang zwei. Schüssel rückte seine Person, zusätzlich zum Koalitionspoker noch mit dem von ihm einberufenen Banken-Gipfel ins Visier der Medien. Der anlässlich des Banken-Untersuchungsausschuss stattgefundene Gipfel wurde von SPÖ, FPÖ und Grüne stark kritisiert. Auf Rang drei landet mit 471 Nennungen Bundespräsident Heinz Fischer. Das Staatsoberhaupt bevorzugt weiterhin eine große Koalition und lehnt Neuwahlen ab. Fischer gerät aufgrund seiner Entscheidungsmacht in der weiteren Regierungsbildungsfrage stark in den Brennpunkt medialen Interesses. Der Präsident hält sich jedoch bislang bedeckt.

Unter den ersten Fünf des Rankings sind diese Woche weiters Finanzminister Karl-Heinz Grasser (Rang vier, 202 Nennungen, Topthemen: Banken-Gipfel, große Koalition, Neuwahl) sowie Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (Rang fünf, 166 Nennungen, Referatswechsel in Kärnten, Regierungsbeteiligung).

In das Top-30 Politikerranking sind unter anderem neu eingestiegen: Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (Rang neun, 121 Nennungen, Energiesicherheit, große Koalition, SP-Ultimatum, Banken-Gipfel), BZÖ-Chef Peter Westenthaler (Rang elf, 118 Nennungen, Regierungsbeteiligung-Koalitionsbereitschaft, Eurofighter-Untersuchungsausschuss), Außenministerin Ursula Plassnik (Rang zwölf, 112 Nennungen, Türkeifrage), Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat (Rang 13, 105 Nennungen, Drogenpolitik, Rauchverbot) und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (Rang 20, 86 Nennungen, SP-Ultimatum, Minderheitsregierung).

Die ÖVP stellt in dieser Woche 13 PolitikerInnen im Top-30 Ranking. Die SPÖ schafft es mit sieben VertreterInnen, gefolgt vom BZÖ mit vier Akteuren. Die Grünen sind mit zwei, die FPÖ ist mit einem Vertreter (Heinz-Christian Strache, Rang sieben, 159 Nennungen) präsent. Weiters finden sich im Ranking: die parteilosen Politiker Bundespräsident Heinz Fischer und Finanzminister Karl-Heinz Grasser sowie WK-Präsident Christoph Leitl (Rang 23, 83 Nennungen).

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz österreichischer Politiker in der Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Das wöchentlich aktualisierte Ranking ist über das OTS-Politikerportal http://www.politikportal.at kostenlos abrufbar.

Die kompletten Daten und alle bisherigen Analysen sind über den kostenpflichtigen Service http://www.defacto.at erhältlich (Download über den Link "Alle Analysen" am unteren Ende des Rankings).

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