Greenpeace: kein Fortschritt für den Klimaschutz in Nairobi

Österreich übertrifft USA bei CO2-Anstiegsraten

Wien (OTS) - Washington/Nairobi - Die Klimaschutzkonferenz in Nairobi geht zu Ende, ein Fortschritt für den Klimaschutz ist nicht in Sicht. Es ist der internationalen Staatengemeinschaft nicht gelungen, die Entwicklungs- und Schwellenländer ins Boot zu holen. Für die zweite Klimaschutzperiode von 2010 bis 2020 gibt es keine absehbare Reduktionsverpflichtung und auch kein Ziel bis 2050.

"Solange die westlichen Industrienationen - und da bildet Österreich keine Ausnahme - nicht willens und fähig sind, ihre CO2 Emissionen in den Griff zu kriegen, werden sich Länder wie China oder Indien weigern, in den internationalen Klimaschutz einzusteigen", erklärt Erwin Mayer, Klimaexperte von Greenpeace. "Österreich ist das Klimaschlusslicht Europas. Seit dem Amtsantritt von Umweltminister Pröll im Jahr 2000 weist Österreich eine besonders schlechte Treibhausgas-Bilanz auf, bei den Anstiegsraten liegen wir sogar vor den USA."

Unter Präsident Bush stieg der Ausstoß von Treibhausgasen in den USA von 2000 bis 2004 von 6962 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf 7074 Millionen Tonnen an. Das entspricht einer Steigerung von 1,6 Prozent. Im selben Zeitraum erhöhte Österreich unter Minister Pröll die Emissionen von 81,274 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf 91,310 Millionen Tonnen - von einem pro Kopf und weit niedrigeren Niveau ausgehend. Das ist eine Steigerung von 12,3 Prozent und somit um ein Achtfaches mehr an Anstieg als die USA unter Bush hatten.

Bei beiden Staaten ist CO2 für über 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich, die anderen Gase wie Methan und Stickoxide werden in CO2-Äquivalente umgerechnet. Vergleicht man die Mengen an Treibhausgasen über einen längeren Zeitraum, liegen die Werte genauso schlecht. Von 1990 bis 2003 weist Österreich ebenfalls einen höheren Emissionsanstieg auf: 16,5 Prozent gegenüber 13,3 Prozent der USA. "Umweltminister Pröll hat ab 2000 den Treibhaus-Turbo gezündet und Österreich 'souverän' auf die Emissions-Überholspur gebracht", kritisiert Mayer.

"Den USA nachzueifern und in Richtung China und Indien Klimaschutz zu predigen, ist unglaubwürdig und ohne Perspektive für einen globalen und nationalen Klimaschutz", so Mayer. Greenpeace fordert eine Anhebung der Dieselbesteuerung auf das Niveau Deutschlands und die Reduktion des Nationalen Allokationsplans II für Industrie und E-Wirtschaft auf 25 Millionen Tonnen CO2. Diese beiden Maßnahmen allein brächten fünfzehn Millionen Tonnen CO2-Reduktion in Österreich. Derzeit fehlen Österreich über zwanzig Millionen Tonnen CO2, um das Kyoto-Ziel im Zeitraum von 2008-2012 zu erreichen.

"Gut, dass Umweltminister Pröll Nairobi nicht besuchte, denn das hätte die Position der EU international wohl geschwächt", so Mayer abschließend.

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